Fall Larissa ausgenutzt, um im Mittelpunkt zu stehen
Innsbruck – Als wäre der Mord an Larissa nicht schon schlimm genug, gibt es auch Menschen, die derartige Tragödien für eigene Zwecke ausnutz...
Innsbruck –Als wäre der Mord an Larissa nicht schon schlimm genug, gibt es auch Menschen, die derartige Tragödien für eigene Zwecke ausnutzen.
Am Montag musste sich ein 39-jähriger Innsbrucker wegen falscher Beweisaussage, Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung und Verleumdung am Landesgericht verantworten. Er hatte vor Aufklärung des Falles die Ermittler mit erfundenen Beobachtungen genarrt und falsche Verdächtigungen geäußert. So schilderte er der Polizei als Zeuge, dass er gesehen habe, wie zwei Bulgaren das Mädchen in einem Auto verschleppt hätten. Wenig später verdächtigte er Larissas Freund, der später wegen Mordes verurteilt wurde, mit der Entführung zu tun zu haben.
Vor Gericht bekannte sich der mehrfach vorbestrafte Mann schuldig und versuchte auch gleich eine Erklärung für sein Verhalten mitzuliefern: „Die meisten meiner Verurteilungen kommen von einem massiven Problem mit Alkohol.“ Der sei auch dafür verantwortlich, dass er seine unwahren Angaben nochmals wiederholt habe. „Da mache ich oft Sachen, die mir mehr schaden als anderen.“ Selbst bei seiner Vernehmung bei der Polizei sei er nicht nüchtern gewesen. „Ich wollte im Mittelpunkt stehen“, rechtfertigte er sich.
Das Urteil, sieben Monate Gefängnis, nahm der Mann, der gerade eine Freiheitsstrafe wegen eines anderen Deliktes absitzt, sofort an. (cm)