Tourismus-KV - Gewerkschaft gegen Verhandlungen auf Bundesländerebene

Wien (APA) - Die Fronten in den Kollektivvertragsverhandlungen für das Hotel- und Gastgewerbe bleiben verhärtet. Ein Sondierungsgespräch am ...

Wien (APA) - Die Fronten in den Kollektivvertragsverhandlungen für das Hotel- und Gastgewerbe bleiben verhärtet. Ein Sondierungsgespräch am Freitag der Vorwoche ist laut heutigen Gewerkschaftsangaben ergebnislos verlaufen. Abgelehnt werden von den Arbeitnehmervertretern Verhandlungen auf Bundesländerebene, wie dies die Arbeitgeberseite vorgeschlagen hatte.

Die Arbeitgebervertreter hatten am Freitag nach fünf ergebnislosen Verhandlungen für die rund 200.000 Beschäftigten erklärt, die Arbeitnehmervertreter zur Fortführung der Verhandlungen auf Bundesländerebene einzuladen.

Die Vertreter der Wirtschaftskammer versuchten „nur zu vertuschen, dass die Wirtschaftskammerwahlen längst ihre Schatten vorauswerfen und sie nicht in der Lage sind, sich in ihren Reihen auf eine Position zu einigen“, heißt es heute, Montag, in einer Pressemitteilung der Gewerkschaften vida und GPA-djp. Diese „Machtkämpfe“ würden auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen.

Die Gewerkschaft sieht diese Vorgehensweise als „klaren Bruch der Sozialpartnerschaft“. Daher werde man „alle gewerkschaftlichen Mittel, die uns zur Verfügung stehen ausnutzen, um den Beschäftigten eine faire Einkommenserhöhung zukommen zu lassen“. Zudem werde man „gerade jetzt in der Sommersaison die Öffentlichkeit darüber informieren, wie die Arbeitgeber im Tourismusland Österreich mit ihren Beschäftigten umgehen“, so die beiden Verhandlungsführer der Gewerkschaften Rudolf Komaromy und Alfred Gajdosik.

Die Arbeitgebervertreter blieben bei ihrer Forderung einer Verkürzung der Nachtruhezeit von elf auf acht Stunden, heißt es in der heutigen Pressemitteilung. Das sei ein Punkt, der auf gesetzlicher Ebene geregelt sei und somit bei Kollektivvertragsverhandlungen nichts verloren habe. „Die Arbeitgeber weigern sich weiterhin, bundesweit über Lohn- und Gehaltserhöhungen zu verhandeln, wenn die Gewerkschaft diese unerfüllbare Forderung nicht unterstützt“, so die Gewerkschaft.

Die Arbeitnehmervertreter wollen „einen bundesweit einheitlichen Lohn- und Gehaltsabschluss. Verhandlungen auf Landesebene würden die Gräben zwischen den Bundesländern weiter vertiefen und die bestehenden Einkommensunterschiede verstärken.“

~ WEB http://wko.at ~ APA382 2014-06-30/14:57