Erstes Arbeitgeber-Angebot im deutschen Banken-Tarifstreit
Wiesbaden (APA/Reuters) - Die Tarifgehälter der 210.000 Beschäftigten bei öffentlichen und privaten Banken in Deutschland sollen nach den Vo...
Wiesbaden (APA/Reuters) - Die Tarifgehälter der 210.000 Beschäftigten bei öffentlichen und privaten Banken in Deutschland sollen nach den Vorstellungen der Arbeitgeber in den kommenden zweieinhalb Jahren um insgesamt 4,2 Prozent steigen. Die beiden Arbeitgeberverbände legten in der dritten Verhandlungsrunde am Montag in Wiesbaden ein erstes Angebot vor.
Dieses sieht eine Tariferhöhung um 1,8 Prozent zum 1. September vor, ein Jahr später soll es weitere 1,4 Prozent mehr geben, im März 2016 eine weitere Erhöhung um ein Prozent. Für die Monate Mai bis August 2014 soll es demnach keine Erhöhung geben. Der bisherige Tarifvertrag war Ende April ausgelaufen. Das Angebot liegt aber noch weit von den Forderungen der beiden Gewerkschaften ver.di und DBV entfernt.
Ver.di will eine Pauschalzahlung von 100 Euro pro Monat und eine Gehaltserhöhung um 3,5 Prozent - auf eine Laufzeit von nur zwölf Monaten. Der kleinere DBV (Deutscher Bankangestellten-Verband) fordert 5,3 Prozent mehr Geld und eine nicht bezifferte Einmalzahlung. Zudem fordert der DBV, der nach eigenen Angaben ein Drittel der organisierten Bankangestellten vertritt, eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 38 von 39 Stunden. Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) hatte die Forderungen von ver.di auf 6,2 Prozent, die des DBV auf 7,9 Prozent beziffert. Die Arbeitgeber halten das angesichts der flauen Gewinne der meisten Banken für viel zu hoch: „Wir haben ein respektables Angebot vorgelegt, das unseren Beschäftigten bereits einen Reallohn-Zuwachs sichert“, sagte einer der beiden Verhandlungsführer, Deutsche-Bank-Vorstand Stephan Leithner.
Ein ver.di-Sprecher wollte das Tarifangebot zunächst nicht bewerten. Die Beratungen liefen noch. Die Arbeitgeberverbände erfüllen mit dem Angebot eine Forderung der Angestellten, der sie mit mehreren Warnstreiks Nachdruck verliehen hatten. In den vergangenen zwei Wochen waren mehrere tausend Banker auf die Straße gegangen. Im Hintergrund schwelt aber auch ein Streit um eine von den Banken geforderte Ausweitung der Samstagsarbeit. „Da sind die Positionen unverändert“, sagte ein Sprecher des AGV.
In den Verhandlungen geht es um Löhne und Arbeitsbedingungen bei Groß- und Privatbanken, Landesbanken und Bausparkassen. Die Sparkassen zahlen nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes.
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