Irak - Armee verbuchte angeblich weitere Erfolge im Umland von Tikrit

Bagdad (APA/AFP) - Bei ihrer Großoffensive gegen die ISIS-Jihadisten hat die irakische Armee möglicherweise weitere Erfolge erzielt. Nach Lu...

Bagdad (APA/AFP) - Bei ihrer Großoffensive gegen die ISIS-Jihadisten hat die irakische Armee möglicherweise weitere Erfolge erzielt. Nach Luftangriffen in der Nacht übernahmen die Regierungstruppen die Kontrolle über Gebiete am Rand der Stadt Tikrit, wie ein Armeevertreter am Montag erklärte. Die Soldaten umstellten demnach die etwa 160 Kilometer nördlich der Hauptstadt gelegene Stadt.

Schon am Montag in der Früh hatte ein Offizier der Nachrichtenagentur dpa gesagt, Regierungseinheiten hätten am Sonntagabend große Teile Tikrits zurückerobert. Die Soldaten seien sehr nahe an das Gebäude des Provinzrates und andere Regierungseinrichtungen herangerückt und die Armee habe zudem nach eigenen Angaben am Montag in der Früh ISIS-Angriffe auf einen Luftwaffenstützpunkt zwischen Baiji und Tikrit abgewehrt. Die Angaben ließen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen, irakische Medien berichteten aber von Kampfhubschraubern der irakischen Armee, die am Montag Baiji attackierten.

Die irakischen Streitkräfte hatten am Samstag eine Offensive gestartet, um die Heimatstadt des früheren Diktators Saddam Husseins wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Tausende Soldaten, unterstützt von Kampfflugzeugen und Panzern, waren am Samstag auf Tikrit vorgerückt. Die Armee hatte am Donnerstag bereits das Universitätsgelände am Rande der Stadt zurückerobert.

Tikrit ist neben Mossul eine der größten Städte in der Hand der Jihadisten. Die radikal-sunnitischen, extremistischen Kämpfer hatten Tikrit am 11. Juni unter ihre Kontrolle gebracht. Die Militäroffensive ist der bisher größte Einsatz der Streitkräfte seit dem Beginn der Jihadisten-Offensive vor bald drei Wochen.

Am Sonntag hatten die Extremisten einen grenzüberschreitenden islamischen Gottesstaat ausgerufen. Das „Kalifat“ erstrecke sich von der Region Aleppo im Norden Syriens bis zur Region von Diyala im Osten des Irak, teilte die Gruppe mit. Zugleich erklärte sie, sie nenne sich fortan „Islamischer Staat“ (Al-Dawlat al-Islamiya) und nicht mehr „Islamischer Staat im Irak und in der Levante“ (ISIS/ISIL).

Am Dienstag kommt das irakische Parlament zu seiner ersten Sitzung seit der Wahl im April zusammen. Regierungschef Nuri al-Maliki strebt trotz der schweren Krise in seinem Land eine dritte Amtszeit an. Forderungen der USA und anderer westlicher Staaten nach einer Einheitsregierung lehnte er bisher aber ab. Sunniten und Kurden wehren sich gegen eine Wiederwahl al-Malikis und auch innerhalb seines Parteienbündnisses wächst offenbar der Zweifel an dem Ministerpräsidenten. Es gebe Diskussionen über eine Ablösung al-Malikis, sagte ein westlicher Diplomat am Montag.