Stellenabbau bei KBA-Mödling startet Mitte Juli

Maria Enzersdorf/Würzburg (APA) - Der massive Stellenabbau bei KBA-Mödling, Tochter des deutschen Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer, ...

Maria Enzersdorf/Würzburg (APA) - Der massive Stellenabbau bei KBA-Mödling, Tochter des deutschen Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer, startet Mitte Juli. Beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice (S) seien 40 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet worden, erfuhr die APA am Montag aus dem Unternehmen. Bis Jahresende dürften weitere 135 Stellen gestrichen werden, wird geschätzt.

Zudem hat bereits eine gewisse Fluktuation eingesetzt. Ein Dutzend Mitarbeiter hat das Unternehmen seit dem Streik im Februar selbst verlassen. Bis Ende 2015 soll der Stellenabbau, bei dem insgesamt 385 der zuletzt 750 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren werden, abgeschlossen sein. Bereits in den nächsten Wochen ist geplant, die KBA-Mödling AG in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) zu ändern.

Der deutsche Mutterkonzern kämpft mit deutlichen Umsatzeinbrüchen und hatte deshalb im Dezember 2013 angekündigt, konzernweit 1.100 und bis 1.500 Stellen zu streichen. In Österreich hätten 400 bis 460 der rund 750 Mitarbeiter gehen sollen - nach einem dreitägigen Streik der Belegschaft lenkte das Management ein und kündigte an, an den niederösterreichischen Standorten in Maria Enzersdorf und Ternitz „nur“ 385 Stellen abzubauen.

Laut früheren Angaben des Mödlinger Vorstands soll der wesentliche Teil des Personalabbaus im vierten Quartal 2014 und im ersten Halbjahr 2015 erfolgen. Im vergangenen Jahr musste bereits der Großteil der rund 100 Leiharbeiter gehen. Für die 385 Mitarbeiter, die nun ihren Job verlieren, soll eine Arbeitsstiftung eingerichtet werden. Der Sozialplan soll für fünf Jahre gelten. Die Zweigstelle in Ternitz wird geschlossen.

Im Vorjahr hat Koenig & Bauer tiefrote Zahlen geschrieben. Vor Steuern türmte der Maschinenbauer einen Verlust von 138,1 Mio. Euro auf. Ein Jahr davor stand noch ein Plus von 3,7 Mio. in den Büchern. Wegen des radikalen Sparkurses wird auch heuer ein Verlust anfallen. „Für 2015 erwarten wir jedoch eine signifikante Trendwende in den Ergebniszahlen und spätestens 2016 soll KBA wieder nachhaltig profitabel wirtschaften“, erklärte Vorstandschef Claus Bolza-Schünemann im März.

Als zweitgrößter Druckmaschinenbauer der Welt leiden die Würzburger wie ihre Konkurrenten darunter, dass das Internet Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften oder Katalogen nach und nach das Wasser abgräbt. Schmökern oder Stöbern lässt sich auch online und noch dazu kostenlos. Immer weniger Verlage bestellen daher neue Druckmaschinen. Der Markt für Rotationsanlagen ist laut KBA seit 2006 um fast drei Viertel geschrumpft. 2013 ging zudem der Boom bei Anlagen für den Druck von Banknoten zu Ende, der den Konzern jahrelang in der Gewinnzone gehalten hatte.

~ WEB http://www.kba.com/ ~ APA431 2014-06-30/15:52