Debatte um Entfernung von Grazer Gedenkprojekt aus öffentlichem Raum
Graz (APA) - Ein Streit ist in der Grazer Stadtregierung über ein temporäres Kunstprojekt im öffentlichen Raum zum Thema Machtmissbrauch in ...
Graz (APA) - Ein Streit ist in der Grazer Stadtregierung über ein temporäres Kunstprojekt im öffentlichen Raum zum Thema Machtmissbrauch in der NS-Zeit ausgebrochen. Die Mehrheit aus ÖVP und FPÖ will die Gedenktafeln - wie vorgesehen - entfernen, SPÖ, KPÖ und Grüne wollen den Gestattungsvertrag, der am Montag abgelaufen ist, verlängern.
Das Projekt von Jochen Gerz „63 Jahre danach“, entstanden mit Einbindung der Bevölkerung, wurde im März 2010 an mehreren Standorten installiert. „Ein Gedenkprojekt dieser Art kann man nicht sang- und klanglos demontieren. Es braucht eine Ausbegleitung“, plädierte die Grüne Kulturstadträtin Lisa Rücker für ein sensibles Vorgehen. Sie wollte im Verein mit dem Menschenrechtsbeirat eine Verlängerung bis 2018 erreichen. Gegen eine „Schleifung“ sprachen sich auch Künstlergruppen und Zeithistoriker sowie Alt-Bürgermeister Alfred Stingl und Landesrat Christopher Drexler (ÖVP) aus.
Anders FPÖ-Stadtrat Mario Eustaccio: Er wies darauf hin, dass der Gestattungsvertrag schon mehrfach verlängert worden sei und die „Möblierung des öffentlichen Raums auch an seine formalen Grenzen“ stoße. Deshalb schlage er vor, die Gedenktafeln in den Skulpturenpark an den Schwarzlsee zu transferieren. Das Straßenamt werde nun die Organisatoren per Bescheid auffordern, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, hieß es ergänzend aus dem Büro Eustacchio.
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