Bulgaren sitzt Bankenkrise von 1996/97 noch in den Knochen
Sofia (APA/dpa) - Bankpleiten sind für Bulgaren wohl das empfindlichste Thema. Die Angst, alle Bankguthaben zu verlieren, sitzt den Menschen...
Sofia (APA/dpa) - Bankpleiten sind für Bulgaren wohl das empfindlichste Thema. Die Angst, alle Bankguthaben zu verlieren, sitzt den Menschen fast zwei Jahrzehnte nach der Bankenkrise von 1996/97 noch immer in den Knochen. Damals gingen vierzehn Geldinstitute pleite. Getroffen wurde praktisch jeder in dem armen Balkanland. Pensionisten verloren ihre Lebensersparnisse, gut verdienende Angestellte waren plötzlich arm.
1996/1997 war Bulgarien noch kein EU-Mitglied. Die Bankenkrise wurde auch von einer Währungs- und Regierungskrise begleitet. Das Land steckte außerdem in einer Finanzkrise mit Hyperinflation.
Die heimische Währung Lew verlor massiv und im Stundentakt an Wert gegenüber westlichen Währungen. Vom Staat gezahlte Pensionen schrumpften auf unter 10 D-Mark im Monat. Der Lew wurde deswegen nach einem Regierungswechsel vom neuen, pro-westlichen Kabinett in Sofia fest an die Mark gebunden.
Die Bulgaren rannten damals gegen die Zeit und tauschten sogar den kleinsten Lewa-Betrag in eine westliche Währung um. Doch Bankguthaben in harter Währung waren in ihrem Wert nicht garantiert.
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