General wirbt im Bundestag für Kauf bewaffneter Drohnen
Berlin (APA/Reuters) - Der für die Auslandseinsätze der deutschen Bundeswehr verantwortliche General hat sich für die Beschaffung bewaffnete...
Berlin (APA/Reuters) - Der für die Auslandseinsätze der deutschen Bundeswehr verantwortliche General hat sich für die Beschaffung bewaffneter Drohnen starkgemacht. Die Fluggeräte könnten unter Umständen rascher in ein Gefecht eingreifen als Hubschrauber, Kampfjets oder Artillerie, sagte der Kommandeur des Einsatzführungskommandos in Potsdam, Hans-Werner Fritz, am Montag bei der Expertenanhörung im Bundestag.
„Wer erlebt hat, wie sich Soldaten fühlen, die im Gefecht auf Unterstützung aus der Luft warten, der weiß, wie lange sich eine Minute anfühlen kann, in der möglicherweise der Tod eintritt.“ Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kündigte nach monatelanger Hängepartie an, dass sie sich noch in dieser Woche positionieren will.
General Fritz hatte 2010 und 2011 den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan befehligt. In seiner Zeit am Hindukusch habe es von der Anforderung von Artillerie-Beschuss bis zum Einschlag am Ziel 16 Minuten gedauert. „Wenn ich eine Drohne drüber gehabt hätte, die bewaffnet gewesen wäre, wäre mir das lieber gewesen“, sagte der General.
Zugleich wies er Mutmaßungen zurück, bewaffnete Drohnen würden die Hemmschwelle zum Einsatz von Gewalt wie in einem Computerspiel senken. „Der Bediener sieht bis zum Ende, was (am Boden beim Angriffsziel) vorgeht.“ Ein Drohnen-Pilot habe die Konsequenzen seines Handelns viel näher vor Augen als ein Kampfpilot.
Warnungen vor dem Kauf bewaffneter Drohnen kamen dagegen von einigen zivilen Experten sowie von SPD und Opposition. „Das Entfernen des Menschen aus dem System ist ein fundamentaler Einschnitt“, warnte Niklas Schörnig von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.
Auch der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, der SPD-Politiker Hans-Peter Bartels, lehnt den Kauf bewaffneter Drohnen ab. Zur Unterstützung von Bodentruppen im Gefecht reichten Jagdbomber und Kampfhubschrauber völlig aus, sagte er im Deutschlandfunk. Der Abgeordnete warb stattdessen für die Entwicklung einer europäischen Drohne. Über eine Bewaffnung könne dann später entschieden werden.
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