Netanyahu warnt Hamas vor weiterer Eskalation im Gazastreifen

Jerusalem/Gaza (APA/AFP) - Israel hat die radikalislamische Hamas am Montag nachdrücklich vor einer weiteren Eskalation der Lage um den Gaza...

Jerusalem/Gaza (APA/AFP) - Israel hat die radikalislamische Hamas am Montag nachdrücklich vor einer weiteren Eskalation der Lage um den Gazastreifen gewarnt. Nachdem am Vormittag aus dem Küstenstreifen erneut 14 Raketen auf den Süden Israels abgeschossen wurden, drohte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit einem Einmarsch der israelischen Armee.

Wenn die Hamas den Urhebern der Attacken keinen Einhalt gebiete, werde die Armee in das Palästinensergebiet einrücken, warnte er. „Wenn der Beschuss weitergeht, gibt es zwei Optionen: Entweder die Hamas als die verantwortliche Autorität im Gebiet stoppt das oder wir werden es stoppen“, sagte Netanyahu im Armeeradio.

Vor dem Auswärtigen Ausschuss des Parlaments sagte der Ministerpräsident: „Ich empfehle der Hamas dringlich, sich klarzumachen, dass wir eine Fortsetzung oder Ausweitung des Beschusses nicht hinnehmen.“

Seit Freitag war Südisrael von mindestens 26 Raketen oder Mörsergranaten getroffen worden; vier weitere wurden in der Nähe von Wohngebieten durch das Abwehrsystem Eiserne Kuppel abgefangen. Eine Farbstoff-Fabrik ging in Flammen auf. Als Antwort flog die israelische Luftwaffe zahlreiche Angriffe und tötete drei Aktivisten nahe der Abschussrampen. Führende Regierungsvertreter verlangten angesichts der wachsenden Beunruhigung in den bedrohten Regionen Israels weitergehende Schritte.

So erneuerte Außenminister Avigdor Lieberman am Sonntag seine Forderung, den Gazastreifen „wieder voll militärisch zu besetzen“ - Israel hatte 2005 alle Truppen und Siedler von dort zurückgezogen. Auch der gemäßigte Finanzminister Yair Lapid, Gründer der liberalen Zukunftspartei (Yesh Atid), drang am Montag auf schärfere Reaktionen: „Ich bin dafür, der Hamas einen harten Schlag zu versetzen“, sagte Lapid im Armeeradio.

Die radikalislamische Bewegung hatte in den vergangenen sieben Jahren die Macht im Gazastreifen inne, übergab im Juni aber die Amtsgeschäfte an die neu gebildete Einheitsregierung mit dem Westjordanland. Dennoch bleibt die Hamas in der palästinensischen Enklave faktisch die Ordnungsmacht, weil ihre Milizen dort weiter für die Sicherheit zuständig sind.