Leichtathletik

Mit dem neuen Dreh in Richtung Letzigrund

Die Tiroler Stabhochspringerin Kira Grünberg fliegt in neue Höhen: Im August darf die 20-Jährige bei der Leichtathletik-EM in Zürich starten.

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck –Kira Grünberg hat den Dreh jetzt raus: Die 20-jährige Stabhochspringerin überflog am Wochenende in Reutte mit neuer Technik 4,35 Meter und knackte damit das EM-Limit. Vor etwa einem Jahr hatte sie die Phase zwischen Absprung und Überquerung der Latte umzustellen begonnen. „Ich muss mich dabei ja um 180 Grad drehen und das mache ich jetzt früher“, beschreibt die hübsche Kematerin. Mittlerweile fühle sich die neue Aufwärtsbewegung gut an: „Es läuft immer mehr automatisiert ab.“

Das Beste am neuen Gefühl: die für die Europameisterschaften in Zürich (12. bis 17. August) geschaffte Norm. Bislang war Österreichs Meisterin lediglich bei Großveranstaltungen der Junioren- und U23-Klasse dabei gewesen, jetzt folgt der Überflug zu den Großen. „Endlich“, lächelt Grünberg und freut sich im Zuge dessen über Einladungen für Meetings, die nun in ihrem Postkasten landen – ein Startplatz beim traditionellen Wettkampf in Luzern etwa (15. Juli). Da darf sie dann wie auch bei der EM mit den großen Namen mitspringen.

„Ich liebe solche Großveranstaltungen“, freut sich die Heeressportlerin. Außergewöhnliche Nervosität scheint ihr fremd zu sein. Selbst dass am traditionellen Letzigrund DJ Bobo oder Sunrise Avenue dem EM-Spektakel ihre Aufwartung machen, lässt sie kalt. „Ich bin schon gespannt darauf und bei großen Wettkämpfen ist es bei mir bisher immer gut gelaufen“, sagt die Vierte der U20-WM und Zehnte der U23-EM. Ein Platz im Finale in Zürich, also Top 16, wäre jetzt ein Traum, ein Platz im Team für Olympia 2016 das Ziel.

In welche Höhen sie die neue Technik noch fliegen lässt, sei nach oben hin offen. Für den österreichischen Rekord von 4,40 m hat Grünberg jedenfalls schon Anlauf genommen. „Mal schauen, was geht. Mir macht der Sport jedenfalls irrsinnigen Spaß“, schwärmt die 1,70 m große Athletin. Das Training sei vielseitig mit Einheiten im Kraftraum, auf der Laufbahn und auf den Männer-Turngeräten wie Barren oder Reck. Am besten gefalle ihr aber – und das, seit sie neun Jahre alt ist –, dass es fürs Stabhochspringen keine bestimmte körperliche Voraussetzung braucht: „Klein, groß, dick oder dünn – jeder hat eben seine eigene Technik.“