Irakischer Schiitenführer Sadr ruft Maliki zum Rückzug auf

Bagdad (APA/dpa) - Einen Tag vor der ersten Sitzung des neu gewählten irakischen Parlaments hat der radikale Schiitenführer Muktada al-Sadr ...

Bagdad (APA/dpa) - Einen Tag vor der ersten Sitzung des neu gewählten irakischen Parlaments hat der radikale Schiitenführer Muktada al-Sadr Regierungschef Nuri al-Maliki zum Rückzug aufgerufen. Er rate Maliki, nicht für eine dritte Wahlperiode zu kandidieren, sagte Sadr am Montagabend nach Angaben des Nachrichtenportals „Sumeria News“.

Maliki ist seit 2006 im Amt und möchte trotz scharfer Kritik wiedergewählt werden. Das Parlament will am Dienstag mit den Beratungen über die künftige politische Führung beginnen.

Sadrs Bewegung hatte bei den Wahlen Ende April als zweitstärkste Kraft abgeschnitten. Wahlsieger war die Rechtsstaats-Allianz von Maliki. Dem schiitischen Ministerpräsidenten fehlen jedoch bisher Koalitionspartner, um wiedergewählt zu werden.

Eine Sitzung der schiitischen Parteien am Sonntag verlief ohne Einigung auf einen Kandidaten. Kritiker werfen Maliki vor, seine von Schiiten dominierte Regierung diskriminiere Sunniten und habe so den Boden für den Vormarsch der extremistischen ISIS-Milizen bereitet.