Ban: Israelis und Palästinenser sollen Mörder gemeinsam finden

Jerusalem/Ramallah/New York (APA/dpa/AFP) - Nach dem Mord an drei entführten israelischen Jugendlichen hat UN-Generalsekretär Ban Ki -moon e...

Jerusalem/Ramallah/New York (APA/dpa/AFP) - Nach dem Mord an drei entführten israelischen Jugendlichen hat UN-Generalsekretär Ban Ki -moon eine Kooperation der Ermittler gefordert. Er hoffe, israelische und palästinensische Behörden würden zusammenarbeiten, um die Täter so rasch wie möglich zu fassen, erklärte Ban am Montag in New York.

Der Mord sei ein heimtückischer Akt der Feinde des Friedens und solle den Konflikt vertiefen und Misstrauen verstärken. „Das darf keinen Erfolg haben.“ Er verurteilte die Tat auf das Schärfste. „Es darf keine Rechtfertigung für die gezielte Tötung von Zivilisten geben.“

Nach der Entdeckung der Leichen der drei entführten Israelis hat die israelische Armee nach Zeugenberichten die Häuser von zwei Hauptverdächtigen im Westjordanland zerstört. Die Häuser der beiden Mitglieder der radikalislamischen Hamas in Hebron seien gesprengt worden, sagten Zeugen der Nachrichtenagentur AFP am späten Montagabend.

Zuvor waren die seit dem 12. Juni vermissten Jugendlichen tot im Nordwesten der Stadt gefunden worden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu drohte der Hamas mit Vergeltung.

Fotografen der Nachrichtenagentur AFP hatten zuvor von einem großen Truppenaufkommen rund um Halhul nördlich von Hebron berichtet. Israel hatte die Hamas-Bewegung für die Entführung der drei Talmudschüler verantwortlich gemacht und bei einem Großeinsatz 420 Palästinenser festgenommen, die meisten von ihnen Hamas-Mitglieder.

Netanyahu hatte kurz vor Bekanntgabe des Leichenfunds eine Krisensitzung seines Sicherheitskabinetts einberufen, um über das Schicksal der drei Jugendlichen zu sprechen. Laut dem Rundfunk wurde erwartet, dass die Minister „operative“ Entscheidungen treffen würden. In einer ersten Reaktion sagte Netanyahu: „Sie wurden entführt und kaltblütig ermordet von Tieren in Menschengestalt“. „Hamas ist verantwortlich und Hamas wird dafür bezahlen.“

Menschenrechtsorganisationen hatten zuvor gewarnt, dass Israel zu der Praxis zurückkehren könnte, die Häuser mutmaßlicher Attentäter zu zerstören, wie dies bis 2005 immer wieder geschehen war.