Israelische Armee erschießt palästinensischen Jugendlichen
Jerusalem/Ramallah (APA/AFP) - Die israelische Armee hat nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen in der Nacht auf Dienstag ein...
Jerusalem/Ramallah (APA/AFP) - Die israelische Armee hat nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen in der Nacht auf Dienstag einen Jugendlichen im Westjordanland erschossen. Soldaten hätten eine Razzia gegen das Flüchtlingslager Jenin im Norden des Westjordanlandes unternommen und dabei den 18-Jährigen getötet, hieß es aus Sicherheitskreisen und von Ärzten.
Demnach hatte der Vorfall nichts mit den Armeeaktionen im Süden des Westjordanlandes nach der Entführung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen zu tun. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.
Zuvor hatte die Armee laut Zeugen in Hebron die Häuser von zwei Männern zerstört, die als Hauptverdächtige im Falle der Entführung gelten. Die beiden Hamas-Mitglieder waren demnach auf der Flucht. Menschenrechtsorganisationen hatten zuvor gewarnt, dass Israel zu der Praxis zurückkehren könnte, die Häuser mutmaßlicher Attentäter zu zerstören, wie dies bis 2005 immer wieder geschehen war.
Am Montagabend waren die seit dem 12. Juni vermissten Jugendlichen tot nahe der Ortschaft Halhul im Nordwesten der Stadt Hebron gefunden worden. Tausende Soldaten riegelten Halhul und Hebron ab. Die Leichen wurden zur Autopsie gebracht. Laut israelischen Medienberichten sollten die Toten offiziell identifiziert sowie ihr Todeszeitpunkt festgestellt werden. Vermutlich seien die zwei 16-Jährigen und ein 19-Jähriger bereits kurz nach ihrem Verschwinden getötet worden.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu drohte der radikalislamischen Hamas mit Vergeltung. „Hamas ist verantwortlich und Hamas wird dafür bezahlen“, sagte Netanyahu laut seinem Büro. Der Tod der Talmudschüler sorgte international für Entsetzen.