Justiz und Kriminalität

Flüchtlingsdrama vor Lampedusa: Sieben Personen festgenommen

Immer mehr Flüchtlinge versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Und für immer mehr Flüchtlinge endet der Versuch tödlich.
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Bei einer Razzia gegen einen internationalen Schlepperring gingen der italienischen Polizei sieben Personen ins Netz. Zwei weitere Verdächtige werden derzeit im Ausland gesucht.

Rom – Neun Monate nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa, bei der am 3. Oktober 2013 über 360 Migranten ums Leben gekommen waren, hat die italienische Polizei sieben Personen festgenommen. Zwei weitere mutmaßliche Menschenhändler, die die tödliche Flüchtlingsreise organisiert haben sollen, werden im Ausland gesucht.

Festgenommen wurden die beiden Chefs der Organisation, die aus dem Sudan und Libyen stammen. Sie werden beschuldigt, Millionen mit dem Menschenhandel über das Mittelmeer verdient zu haben. Laut den Ermittlern im sizilianischen Agrigent hatten die mutmaßlichen Menschenhändler eine Organisation aufgebaut, die in mehreren afrikanischen und italienischen Städten präsent war. Die Gruppe organisierte auch die Weitereise der Migranten in Richtung Nordeuropa und in die USA nach ihrer Ankunft auf Sizilien.

30 Migranten vermutlich erstickt

30 Migranten sind in der Nacht auf Montag tot an Bord eines Fischerboots vor der Küste Siziliens aufgefunden worden. Ersten Untersuchungserkenntnissen zufolge dürften sie erstickt sein, weil sie in einem Lagerraum giftige Abgase eingeatmet hatten. Es wird jedoch auch nicht ausgeschlossen, dass die in den Raum gepferchten Migranten in dem engen Raum keine Luft mehr bekamen.

Am 3. Oktober 2013 waren vor Lampedusa 366 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Das überfüllte Boot war in der Nähe der Insel gekentert. Rom startete danach den Einsatz „Mare Nostrum“, bei dem Kriegsschiffe und Hubschrauber eingesetzt werden, um Flüchtlingsboote ausfindig zu machen. (APA)