Rad: Zoidl bei Österreich-Rundfahrt um Bestätigung seines Erfolgs

Wien (APA) - Die tolle Stimmung bei der Siegerehrung 2013 vor dem Wiener Burgtheater ist Riccardo Zoidl noch bestens in Erinnerung. Bei der ...

Wien (APA) - Die tolle Stimmung bei der Siegerehrung 2013 vor dem Wiener Burgtheater ist Riccardo Zoidl noch bestens in Erinnerung. Bei der 66. Auflage der Österreich-Rundfahrt, die am Sonntag in Tulln beginnt, hat der Oberösterreicher die Chance, seinen Vorjahrserfolg zu wiederholen. „Das wäre eine Superbestätigung“, erklärte Zoidl, der von der dritten Division in die Topliga des Radsports aufgestiegen ist.

Im Trek-Rennstall bekommt der 26-Jährige die Chance, in die Führungsrolle für vielleicht noch größere Aufgaben hineinzuwachsen. In Österreich ist er als Lokalmatador die Nummer eins. Im Team von Topstar Fabian Cancellara hat er sich seine Position erkämpft, ist den Erwartungen der Sportlichen Leitung gerecht geworden. „Sie sind sehr zufrieden mit mir“, versicherte Zoidl. Seine Allrounder-Qualitäten will er nun erneut in ein Spitzenresultat ummünzen.

Sein aktuelles Leistungsvermögen hat er erst am Sonntag bei der Staatsmeisterschaft mit einer Solo-Aufholjagd auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung bewiesen. „Das hat mir gezeigt, dass ich gut drauf bin“, betonte der Mühlviertler gegenüber der APA. „Gute Form ist die halbe Miete, aber es gibt noch so viele andere Faktoren.“

Sein Selbstvertrauen sei jedenfalls gestärkt, sagte Zoidl. Von den Rivalen auf den acht harten Etappen (1.216 km/14.365 Höhenmeter) waren erst wenige bekannt - der Belgier Kevin Seeldrayers, der im Vorjahr bis zum Zeitfahren der vorletzten Etappe geführt hatte, ist erneut dabei - der heimische Hoffnungsträger will seine Taktik aber ähnlich anlegen wie 2013. In den Bergen gegen die Kletterer möglichst wenig Zeit verlieren und im Zeitfahren die Klasse ausspielen, hat sich Zoidl vorgenommen.

„Man muss jedenfalls ein sehr guter Bergfahrer sein, wenn man gewinnen will“, meinte der Mitfavorit angesichts von zwei großen und zwei kleineren Bergankünften (Kitzbüheler Horn, Dobratsch bzw. Sonntagberg, St. Johann/Alpendorf) bei der wohl schwierigsten Tour-Auflage der Geschichte. Der Dobratsch bei Villach (6. Etappe) ist für Zoidl neu. Nur wenn es die Zeit erlaubte, wollte er ihn noch selbst erkunden. „Ich habe durch die Übersiedelung etwas Stress“, gab der Gesamtsieger der Europa-Tour 2013 zu, der seinen Wohnsitz von Innsbruck nach Eferding verlegt.

Zoidl weiß, dass ein starkes Team nötig ist, um ganz vorne mitzufahren. Er hätte sich zwar noch einen Bergfahrer zur Unterstützung gewünscht. „Aber wir haben sicher ein sehr gutes Team da“, versicherte der Profi aus Goldwörth. Mit dabei ist u.a. Bob Jungels (LUX/22), eine weitere Zukunftshoffnung des Teams Trek.

Die Österreich-Rundfahrt bildet für Zoidl den Abschluss der ersten Saisonhälfte. Nach einer Pause („Eine Woche ohne Rad“) steigt er bei der Polen-Rundfahrt im August wieder ein und soll sich im Herbst bei den Klassikern in Italien bewähren. „Das Team legt Wert darauf, dass ich da noch eine sehr gute Form habe“, sagte der Staatsmeister. Für 2015 hat er den nächsten Karriere-Schritt im Visier. „Es wäre super, wenn ich dann bei der Tour de France starten könnte.“