Bühne

Straßentheaterfestival Olala taucht wieder ganz Lienz in Farbe und Poesie

© Ummi Gummi

Fadesse hat von 29. Juli bis 2. August keine Chance. Osttirols größtes Kulturevent verwandelt die Stadt erneut in ein heißes Pflaster.

Von Claudia Funder

Lienz –Was wäre der Lienzer Sommer ohne Olala? Man kann es sich nicht mehr vorstellen. Und will es auch gar nicht. Das Straßentheaterfestival mit seinem unkonventionellen Esprit hat sich längst zur liebgewonnenen Tradition entwickelt. Die Traumfabrik zieht die Besucher aus dem Alltag und in den Bann. Sie lädt zum Innehalten, Durchatmen, Lachen und Staunen.

Ab 29. Juli ist in der Stadt wieder alles anders als im Rest des Jahres. Lienz wird eine Woche lang von Künstlern aus aller Welt in Beschlag genommen. Zum mittlerweile 23. Mal werden Phantasten aus zwölfStaaten das Publikum betören. 37 Gruppen mit 149 Künstlern haben sich angesagt, rund 200 Veranstaltungen stehen auf dem dichten Programm. Die Straße wird zur lebendigen Open-Air-Bühne. Sieben Locations werden bespielt, die bunte Schar zieht aber auch durch die Gassen. An jeder Ecke kann Unerwartetes lauern, denn heuer setzt man verstärkt auf Walk-Acts.

Das Organisationsteam des Kulturvereins Ummi Gummi um Mastermind Hans Mutschlechner hat für das Programm wieder einen großartigen Mix auf die Beine gestellt. „Eine gewisse Exklusivität ist wichtig“, erklärt der Organisator. So werde das Gros der Gruppen erstmals in Österreich zu sehen sein.

Es ist zweifelsfrei das hohe künstlerische Niveau, das Olala europaweit bekannt gemacht hat und jährlich rund 40.000 Besucher anlockt. „Die Qualität zu halten wird jedoch zunehmend schwerer“, erzählt Mutschlechner. Die Gelder aus dem öffentlichen Bereich wurden seit zehn Jahren nicht aufgestockt. „Deshalb bitten wir die Bevölkerung um Unterstützung“, erklären Mutschlechner und seine Organisations-Kollegin Gabi Schwab. Als Einladung, dem Festival finanziell unter die Arme zu greifen, versteht sich der Verkauf eines Multifunktionstuches, des „Olala Festival Tubes“. Es ist um fünf Euro zu haben. „Oder gerne auch um mehr“, hoffen die Organisatoren auf vielfachen beherzten Griff in die Tasche. Programmhefte sind ab 10. Juli um einen Euro erhältlich.

Die ersten markant gelb-schwarzen Plakate – heuer mit neuem Design und Schriftzug – machen schon jetzt Gusto auf das bevorstehende Feuerwerk an Kreativität. Das Festival startet übrigens mit einer großen Inszenierung auf dem Lienzer Hauptplatz, bei dem die Realisierung eines Bauprojektes ins Visier genommen wird. Ein Schelm, wem dabei diverse Vorkommnisse der letzten Jahre in Lienz in den Sinn kommen. „Für die Inszenierung werden noch acht bis zehn freiwillige Komparsen gesucht“, lädt Mutschlechner Interessierte zum aktiven Mitmachen ein.

Die Liebburg wird übrigens an allen Festivaltagen ab Einbruch der Dunkelheit farblich verwandelt und im Zuge einer Lichtinstallation in nicht weniger als 384 „Kleider“ gehüllt – von Flower Power bis Neon Candy. Highlights sind natürlich wieder die Olala Specials im Lienzer Stadtsaal. Und auf keinen Fall verpassen sollte man die große Parade der Künstler Samstagmittag durch die Innenstadt.

Wer Lust hat, sich schon vor dem Festival-Startschuss mit dem Olala-Virus zu infizieren: Unter www.olala.at gibt es bereits das Programm.

© Funder