Literatur

Auf solider Basis in die Zukunft

14 Autorinnen und Autoren konkurrieren bis kommenden Samstag im Klagenfurter ORF-Theater um den Ingeborg-Bachmann-Preis.
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Mit der Klagenfurter Rede zur Literatur beginnt heute Abend das diesjährige Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Von Joachim Leitner

Innsbruck –Eigentlich gehört der vornehmlich als Witzezeichner, Gelegenheitsjournalist und Sänger der Band Mäuse reüssierende Wahlwiener Tex Rubinowitz schon seit Jahren zu den Fixpunkten der Klagenfurter Tage der deutschsprachigen Literatur, vulgo Bachmann-Preis. Er hat das „Bachmann-Song-Contest“-Quiz initiiert und ist Zeremonienmeister der „Best-of-Psychoterror“-Partys im Lendhafen. Beides ist mittlerweile integraler Bestandteil des Bachmann-Preis-Rahmenprogramms.

Dass Rubinowitz jetzt auf Einladung von Jurorin Daniela Strigl auch an jenem Wettbewerb teilnimmt, den er noch 2010 augenzwinkernd als „Tage der reitenden Leichenwäscher“ beschrieb, ist also nicht unbedingt ein Wagnis. Vielmehr kann es als erstes Zugeständnis des lange Jahre als Betriebsausflug der Literaturbranche apostrophierten Bachmann-Preises an die allgegenwärtige Eventkultur gedeutet werden. Ganz im Sinne von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz also, der im Vorjahr, als der öffentlich-rechtliche Sender laut über das Ende des Wettlesens nachdachte, nicht nur die vorläufige Rettung, sondern auch „einige Weiterentwicklungen“ der Veranstaltungen ankündigte.

Eine hitzige Für-oder-wider-den-Bachmann-Preis-Debatte jedenfalls blieb den Ausrichtern des Wettbewerbs in diesem Jahr erspart. Vielmehr gab sich Wrabetz in seinem Begleitschreiben zu den heute Abend beginnenden 38. Tagen der deutschsprachigen Literatur betont optimistisch: Es sei gelungen, die Finanzierung mithilfe der Kooperationspartner „auf eine solide neue Basis zu stellen und damit langfristig abzusichern“.

Insgesamt konkurrieren in diesem Jahr 14 Autorinnen und Autoren um die mit insgesamt 54.500 Euro dotierten Preise. Fünf, darunter Olga Flor, die bereits 2003 am Bachmann-Wettbewerb teilgenommen hat, kommen aus Österreich, fünf aus Deutschland und zwei aus der Schweiz. Dazu kommen der aus Sri Lanka stammende und in Berlin lebende Senthuran Varatharajah und eben Rubinowitz, der in Hannover geboren und seit den 1980er Jahren in Wien lebt. Auffallend wenige der teilnehmenden Autoren blicken auf eine Ausbildung an den einschlägigen Literaturinstituten in Leipzig oder Hildesheim zurück. Womit eine weitere Feuilleton-Debatte um marktkonforme Schreibschulen-Schreibe (die zuletzt die Vergabe des Leipziger Buchpreises an Sasa Stanisic überschattet) vorab abgewehrt wurde.

Eine Neuerung gibt trotzdem zu vermelden: In der erneut vom deutschen Schriftsteller Burkhard Spinnen geleiteten Jury ersetzt der aus Meran stammende und in Wien lehrende Germanist Arno Dusini den Literaturkritiker Paul Jandl.