Salzburg schlägt in der Bildungsberatung einen neuen Weg ein

Salzburg (APA) - Das Land Salzburg schlägt bei der Bildungsberatung gemeinsam mit der Wirtschaftskammer einen neuen Weg ein: Ab Herbst komme...

Salzburg (APA) - Das Land Salzburg schlägt bei der Bildungsberatung gemeinsam mit der Wirtschaftskammer einen neuen Weg ein: Ab Herbst kommenden Jahres werden in einer Berufsorientierungs-Erlebniswelt Teststrecken errichtet, die alle rund 6.000 Schüler eines Jahrganges gegen Ende der Pflichtschulzeit absolvieren sollen. Nach den Tests folgt für jeden ein ausführliches Beratungsgespräch.

Die Erlebniswelt entsteht im Wifi auf einer Fläche von fast 700 Quadratmetern, wurde am Dienstag bei einem Pressegespräch informiert. Getestet werden in dem mehrstündigen Test unter anderem die Interessen, Persönlichkeitsbild, Leistungsvermögen, Intelligenz und das technische Verständnis. Entwickelt wurde das Konzept von Experten des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft, Schulpsychologen und anderen anerkannten Institutionen.

Die Testergebnisse und deren Interpretation werden den Jugendlichen und den Eltern in persönlichen Beratungsgesprächen von diplomierten Psychologen erläutert. Diese Beratungsgespräche sollen - außer für die Schüler in der Stadt Salzburg und im Flachgau - an Ort und Stelle in den Schulen stattfinden. Die Dauer eines derartigen Beratungsgespräches beträgt etwa eine Stunde.

Die Tests und Beratungsgespräche werden für alle Schülerinnen und Schüler kostenlos sein, um eine möglichst lückenlose Erfassung zu gewährleisten. Die Wirtschaftskammer übernimmt die gesamten Investitionskosten in Höhe von 2,5 bis drei Millionen Euro, das Land Salzburg stellt in Aussicht, ab dem Jahresbeginn 2016 die Hälfte der laufenden Kosten vorerst für die Dauer von fünf Jahren zu übernehmen.

Laut Bildungsreferent Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) wird dieser „Talentecheck“ in seiner Form österreichweit einzigartig sein. Ziel sei es, möglichst alle Jugendlichen zu erreichen. Dadurch sollten auch potenzielle Schulabbrecher vor diesem Schritt zurückgehalten werden. 8,3 Prozent aller Jugendlichen - in Österreich rund 80.000 - hätten keinen Pflichtschulabschluss und seien nicht in Ausbildung oder Job-Training.

Auch Wirtschaftskammer-Präsident Konrad Steindl sieht in der Bildungsberatung vor allem eine Präventivmaßnahme gegen Arbeitslosigkeit. Profitieren würde aber auch die Wirtschaft: Der Erfolg in der Wirtschaft hänge zu einem großen Teil auch davon ab, ob die richtigen Fähigkeiten verfügbar seien und richtig eingesetzt werden könnten. „Hier geht es um die Optimierung der Fachkräfteausbildung ebenso wie um die Optimierung des Schulbetriebs“, so Steindl.