Standort Tirol

In Igls hat es sich ausgeparkt

Die IIG macht Ernst und will den öffentlichen Parkplatz für 5,5 Mio. € mit betreutem Wohnen, einem Lebensmittelmarkt und einer Arztpraxis verbauen. Ein Bestandsobjekt bereitet der Politik aber Kopfzerbrechen.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Viele Einheimische nutzen ihn, ebenso die Gäste. Der öffentliche Parkplatz entlang der Igler Straße unmittelbar vor dem Dorfzentrum ist gut frequentiert. Auch, weil die erste Stunde Parken gratis ist – erst danach wird eine Gebühr fällig. Damit soll es vorbei sein. Mit dem Parken im Speziellen und dem Platz im Allgemeinen.

Die Innsbrucker Immobilien GmbH (IIG) ist Besitzerin des Areals. Schon seit geraumer Zeit suchte man nach einer passenden Verwertung des Parkplatzes. Nun scheint man fündig geworden zu sein – ein umsetzungsreifes Projekt liegt in seinen Grundzügen vor. Wie IIG-Geschäftsführer Franz Danler gegenüber der TT bestätigt, soll auf dem gut 3000 m² großen Areal zwischen Igler Straße, Widumweg und Habichtstraße ein Wohnhaus mit gut 20 Einheiten betreutes Wohnen Platz finden. Diese würden dann über die Sozialen Dienste der Stadt (ISD) betreut. Ein weiteres zentrales Element sei die Übersiedlung eines in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Lebensmittelmarktes in den IIG-Neubau, so Danler. Die Gespräche seien weit fortgeschritten. Noch nicht spruchreif, aber zumindest Teil der IIG-Planungen wäre es auch, eine Arztpraxis und/oder Therapieräume dort anzusiedeln. „Konkrete Mieter dafür haben wir aber noch nicht“, sagt Danler. Unterkellert soll das Areal mit einer Tiefgarage werden. 60 Stellplätze im Eigenbedarf sind vorgesehen. Aus Igls sei der Wunsch nach einem teilweisen unterirdischen Ersatz für die wegfallenden Parkplätze an der Oberfläche an ihn herangetragen worden, sagt Danler. Abgehakt sei dieser zwar noch nicht, realistisch aber ebenso wenig: „Wer soll das finanzieren?“

Und es gibt noch weitere offene Fragen. Zentral ist dabei jene, wie es mit dem benachbarten Haus am Widumweg 1 weitergehen soll. Selbiges sei der IIG zum Kauf angeboten worden. Die IIG würde gerne kaufen und abreißen, um so die Projektfläche, für welche ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben wird, zu vergrößern. Doch sowohl der Innsbrucker Gestaltungsbeirat als auch der SOG-Beirat (Stadt- und Ortsbildschutz) stellen sich gegen dieses Ansinnen. Sie verteidigen das in der SOG-Zone liegende Objekt aufgrund seiner „verbindenden“ Funktion zu den denkmalgeschützten Objekten Altes Rathaus, Apotheke, Brosenhof – und raten von einem Ankauf und Abriss ab. Schützenhilfe erhalten sie dabei vom Stadtteilunterausschuss Igls, wie dessen Obmann Klaus Defner bestätigt: „Alt und Neu zusammen kann auch spannend sein.“ Der Ausschuss, der sich auch mit Kritik an seiner Haltung aus Igls konfrontiert sieht, hätte aber dennoch gerne, dass die IIG das Objekt ankauft. Um das Haus zu erhalten und um Lösungen auszuarbeiten, die das Objekt einschließen oder ausklammern. Einen Abriss verhindern könne die Stadt nämlich im Falle eines Verkaufs an Dritte nicht, wie Planungsstadtrat Gerhard Fritz (Grüne) sagt: „Es gibt kein Abbruchverbot, weil das Haus kein charakteristisches Gebäude darstellt.“

Dem Innsbrucker Bauausschuss lag die Causa kürzlich zur Beratung vor. Entscheidung wurde keine getroffen – stattdessen wurde der Akt vertagt. „Ich lasse nichts abstimmen, wo ich eine anders lautende Information habe“, begründet Obmann Lucas Krackl (FI). Er sei der Meinung gewesen, das IIG-Projekt könne nicht ohne den Abbruch verwirklicht werden. Deshalb sei die FI-Fraktion auch für den Abbruch. Eine Aussage, die Danler auf TT-Anfrage verneint: „Beide Varianten sind möglich.“

Wahrscheinlicher für die – einstimmig beschlossene – Vertagung dürfte sein, dass die Abbruchbefürworter FI und SPÖ (Letztere fehlten bei der Sitzung) noch keine Mehrheit im Ausschuss haben. Grüne und ÖVP sind für den Erhalt. Wobei ÖVP-StR Franz Gruber nach den kritischen Stimmen aus Igls ankündigt, seine Fraktion noch einmal damit zu befassen.

Unabhängig davon ist zu klären, was mit dem dortigen Jugendtreff und der Wertstoffsammelinsel geschieht – Ersatzlösungen stehen aus. Die Trafostation soll jedenfalls im IIG-Haus Platz finden.

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