„Hall wird von der ÖVP zubetoniert“
Die Liste „Für Hall“ spricht im Zusammenhang mit einem Bauprojekt in der Fassergasse von „raumplanerischem Wahnsinn“.
Von Nikolaus Paumgartten
Hall –Der Haller Stadtteil Untere Lend sei ein Beispiel dafür, was passiert, wenn unkoordiniert drauflosgebaut werde und man den gemeinnützigen Wohnbauträgern freie Hand lasse. So zumindest fällt das Urteil von Stadträtin Christina Haslwanter von der oppositionellen Gemeinderatsfraktion „Für Hall“ über den Stadtteil in Halls Südwesten aus. Die dichte Verbauung ohne entsprechende infrastrukturelle Begleitmaßnahmen habe ein Ghetto geschaffen, das in erster Linie die ÖVP zu verantworten habe, so Haslwanter. Doch statt aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen, würden diese nun wiederholt – und zwar in der Fassergasse, meint die Stadträtin weiter.
Dort soll nach Plänen der mit absoluter Mehrheit im Gemeinderat regierenden ÖVP ein gemeinnütziger Wohnbauträger eine bis dato grüne Fläche mit rund 50 Wohneinheiten verbauen. Und das, obwohl dort laut dem derzeitigen Raumordnungsplan aktuell gar keine Bebauung vorgesehen sei.
In Anbetracht der Tatsache, dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite ebenfalls ein Projekt mit 50 Wohnungen geplant ist, warnt die Liste „Für Hall“ vor einem zweiten Ghetto. „Die ÖVP betreibt hier raumplanerischen Wahnsinn, betoniert Hall zu und lässt Wohnungen bauen, die gar nicht benötigt werden“, meint Haslwanter. Mit der Forderung nach einem raumplanerischen Gutachten für die Fassergasse sei sie bei der ÖVP auf taube Ohren gestoßen.
BM Eva Maria Posch (ÖVP) verteidigt auf Nachfrage der TT das Projekt und weist den Vorwurf, Hall zuzubetonieren, entschieden zurück. Bei besagtem Bauvorhaben würden leistbare Eigentumswohnungen für Hallerinnen und Haller geschaffen – und dafür sei der Bedarf dringend gegeben. Dass die Fläche eigentlich laut Raumordnungsplan erst später bebaut werden sollte, sei deshalb kein Problem, weil man im Gegenzug eine zeitlich vorher zur Verbauung vorgesehene Fläche im Raumordnungszeitplan nach hinten verschiebe, also die so genannten Zeitstempel tausche.
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