BNP Paribas ist bei weitem nicht Sanktionskönigin

Paris/Washington (APA/sda/Reuters) - Die französische Großbank BNP Paribas erhielt am Montag die Quittung für jahrelange Verstöße gegen Wirt...

Paris/Washington (APA/sda/Reuters) - Die französische Großbank BNP Paribas erhielt am Montag die Quittung für jahrelange Verstöße gegen Wirtschaftssanktionen in den USA. Ihre Strafe von 8,9 Mrd. Dollar (6,5 Mrd. Euro) ist zwar die höchste für eine europäische Bank. Sanktionskönig ist und bleibt aber JPMorgan. Ein Überblick:

13 Mrd. Dollar für JPMorgan Chase: Der Wall-Street-Gigant stand im November 2013 für dubiose Geschäfte mit Immobilienkrediten vor und während der Finanzkrise gerade. Ein Teil des Geldes floss an geschädigte Hausbesitzer. Der Vergleich zwischen JPMorgan und der US-Justiz ist die größte zivilrechtliche Zahlungsauflage, die einem einzigen Unternehmen in den Vereinigten Staaten jemals aufgebrummt wurde.

25 Mrd. Dollar für Wells Fargo, JPMorgan Chase, Citigroup, Bank of America und Ally Financial: Die fünf US-Banken erklärten sich im Februar 2012 zur Zahlung dieser Rekordstrafe bereit, um ein Verfahren wegen widerrechtlicher Zwangsräumungen während der Immobilienkrise zu vermeiden. Der Großteil der Summe kam überschuldeten Hausbesitzern zugute, die Entschädigungen und günstigere Konditionen zur Finanzierung ihrer Kredite erhielten.

11,6 Mrd. Dollar für die Bank of America: Mit diesem Vergleich legte die Großbank im Jänner 2013 ihren Streit mit dem staatlichen US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae wegen des Verkaufs fauler Immobilienkredite bei. Die Bank of America und ihre in der Finanzkrise übernommene Tochter Countrywide Financial hatten die schlecht abgesicherten Kredite einkommensschwacher US-Hausbesitzer mit einer guten Bonität versehen und Investoren so hinters Licht geführt.

9,5 Mrd. Dollar für die Bank of America: Auch bei diesem Ende März geschlossenen Vergleich mit der Aufsichtsbehörde FHFA musste die zweitgrößte US-Bank für dubiose Praktiken mit Immobilienkrediten büßen. Die Zahlungen gingen neben Fannie Mae an den zweiten staatlichen Hypothekenfinanzierer Freddie Mac.

8,5 Mrd. Dollar für die Bank of America: Bereits im Juni 2011 entschädigte das Finanzinstitut eine Gruppe von Privatinvestoren, die mit Ramschanleihen viel Geld verloren hatten.

2,6 Mrd. Dollar für Credit Suisse: Das Institut bekannte sich im Mai dieses Jahres schuldig, reichen US-Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Die Credit Suisse ist damit in der Schweizer Rangliste die Strafenkönigin.

2,6 Mrd. Dollar für JPMorgan Chase: Mit diesem Betrag kaufte sich die US-Bank im Jänner in der Affäre um den Milliardenbetrüger Bernard Madoff frei. Das Geld ging vor allem an die US-Behörden, die damit Opfer des größten Börsenbetrugs der Geschichte entschädigen. Ein Teil floss auch an den Insolvenzverwalter der Gesellschaft Madoffs.

1,9 Mrd. Dollar für HSBC: Die britische Bank erklärte sich im Dezember 2012 zu dieser Strafzahlung bereit, um ein Verfahren wegen Geldwäsche-Vorwürfen zu vermeiden. Der Bank wurde unter anderem vorgeworfen, Geschäfte mit Terroristen und Drogendealer abgewickelt zu haben.

1,5 Mrd. Dollar für die UBS: Die Großbank wurde damit im Dezember 2012 für den Liborskandal gestraft. Händler sollen den Referenzzinssatz manipuliert haben. Beim Steuerstreit mit den USA kam die UBS wesentlich billiger davon, als die CS. Mit 780 Mio. Franken (aktuell 642 Mio. Euro) kostete sie die Einigung mit dem US-Justizbehörden fast drei mal weniger als die Konkurrentin.

~ ISIN FR0000131104 WEB http://www.bnpparibas.com/ ~ APA240 2014-07-01/12:11