Nigeria nahm Geschäftsmann im Fall entführter Schülerinnen fest
Maiduguri (APA/Reuters) - Zweieinhalb Monate nach der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen haben nigerianische Sicherheitskräfte einen m...
Maiduguri (APA/Reuters) - Zweieinhalb Monate nach der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen haben nigerianische Sicherheitskräfte einen mutmaßlichen führenden Vertreter der radikal-islamischen Boko-Haram-Miliz festgenommen. Es handle sich um einen Geschäftsmann, der verdächtigt werde, der Chef des Geheimdienstes der Organisation zu sein, teilte das nigerianische Militär am Dienstag mit.
Er soll demnach an den Planungen der Entführung und mehrerer Angriffe der Islamisten in Maiduguri im Nordosten Nigerias beteiligt gewesen sein. Dort wurden am Dienstag bei einem Anschlag mehrere Menschen getötet.
Der Verdächtige habe seine Mitgliedschaft in einer regierungsloyalen Bürgerwehr als Tarnung genutzt, sagte Generalmajor Chris Olukolade. Der Mann habe seit 2011 mehrere tödliche Angriffe koordiniert, unter anderem auf Militärstellungen. Zudem seien zwei Frauen festgenommen worden. Eine von ihnen soll Zahlungen an Boko-Haram-Kämpfer organisiert haben.
Die Entführung von 276 Schülerinnen im vergangenen April hatte weltweit Empörung ausgelöst. Die Gattin des US-Präsidenten Michelle Obama hatte sich öffentlich für die Jugendlichen eingesetzt. 219 der Mädchen werden immer noch gefangen gehalten.
Die Explosion in Maiduguri geht nach ersten Erkenntnissen auf eine Autobombe zurück. Der Wagen stand auf einer Straße in der Nähe eines belebten Marktes. Viele Reisende und Marktbesucher seien unter den Toten, berichteten Zeugen. Ein Zeuge sagte, der Fahrer der Autobombe - ein präparierter Kleinbus - sei unter den Toten.
Im Norden Nigerias will Boko Haram eine besonders strenge Form des sunnitischen Glaubens durchsetzen. Sie greift immer wieder Zivilisten an. Der Regierung in Abuja wird vorgeworfen, weitgehend machtlos gegen die vor allem im Nordosten aktive Islamistengruppe zu sein. Durch den 2009 begonnen Kampf der Boko Haram sind bisher tausende Menschen getötet worden.
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