Steirisches Dürnstein tendiert in Befragung nach Kärnten

Graz/Klagenfurt (APA) - Die kleine obersteirische Gemeinde Dürnstein (Bezrik Murau) tendiert nach Kärnten: Weil das Land Steiermark trotz ab...

Graz/Klagenfurt (APA) - Die kleine obersteirische Gemeinde Dürnstein (Bezrik Murau) tendiert nach Kärnten: Weil das Land Steiermark trotz ablehnender Volksabstimmung eine Fusion mit Nachbarkommunen beschlossen hat, befragte eine Bürgerinitiative die 250 Wahlberechtigten - mit dem Ergebnis, dass sich Dreiviertel einen Wechsel des Bundeslandes vorstellen könnten.

Bei der Volksabstimmung am 6. April waren 84 Prozent (Beteiligung 84 Prozent) für den Erhalt der Eigenständigkeit. Dennoch wird es nach dem Willen des Landes zu einer Fusion mit Neumarkt in Steiermark und weiteren fünf Gemeinden per 1.1.2015 kommen. Bürgermeisterin Christine Kneisl (SPÖ) hat mit dem Gemeinderat eine Individualbeschwerde beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) erhoben. „Das ist unser Weg. Einen Übertritt nach Kärnten ist überhaupt nicht angedacht“, so Kneisl am Dienstag gegenüber der APA - Austria Presse Agentur.

Der Bürgerinitiative „Pro Dürnstein“ ist das zu wenig. Man hielt auf eigene Faust eine Befragung ab, die ergründen sollte, ob ein Wechsel des Bundeslandes infrage käme. Bei einer Beteiligung von 73 Prozent waren 73 Prozent dafür, als eigene Kärntner Gemeinde oder als Teil der Stadt Friesach in die Zukunft zu gehen. Die Begründung: Die meisten Gemeindebürger seien ohnedies nach Friesach orientiert und der künftige Partner Neumarkt halte von der Fusion auch nichts.

Für Sprecher Lothar Deutz ist das als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen: „In erster Linie ist uns daran gelegen, eigenständig zu bleiben“. Als Druckmittel überlegt man sich Blockaden der Friesacherstraße B317. Dass es tatsächlich zu einer Änderung der Landesgrenzen kommt, ist so gut wie ausgeschlossen: Dafür wären sowohl auf Länder- als auch auf Bundesebene Gesetzesänderungen notwendig, die keine Aussicht auf Mehrheiten haben.

Der St. Veiter FPÖ-Bezirksobmann und Landtagsabgeordneter Franz Pirolt forderte in einer Aussendung, den Willen der Bevölkerung nicht zu ignorieren. „Wenn die Dürnsteiner lieber zu Friesach gehören wollen, dann unterstützen wir Freiheitliche das auch“, erklärte Pirolt und verwies auf den im Kärntner Landtag eingebrachten entsprechenden Antrag.