Immer weniger Kinder lernen schwimmen
Das Tiroler Jugendrotkreuz warnt: Nur noch 4000 statt 8000 Anmeldungen für Schwimmabzeichen.
Innsbruck –Wer schwimmen kann, ist im Sommer gut dran. Der Freizeitwert des Sports ist unumstritten. Aber deswegen hat sich das Jugendrotkreuz nicht zu Wort gemeldet. Es geht viel mehr um Schwimmen als Überlebensstrategie. Und das Bewusstsein dafür scheint leider zu sinken. „Wir haben um fünfzig Prozent weniger Anmeldungen als noch vor fünf Jahren“, sagt Philipp Schumacher, Projektbetreuer beim Jugendrotkreuz in Tirol und verweist auf die aktuellen Zahlen. „2009 waren es noch rund 8000 Schwimmschüler in Tirol, heuer ist es nur noch die Hälfte.“ Dass es dabei nicht nur um die Kleinsten geht, bestätigt der Landesreferent der Rettungsschwimmer beim Tiroler Jugendrotkreuz, Gerd Jenewein: „Die Zahl der Kinder, die mit acht, neun Jahren schon schwimmen, geht allgemein zurück.“ Das erlebt er auch als Direktor der Neuen Mittelschule in Rum bei Innsbruck: „Ich bekomme immer mehr Rückmeldungen von Lehrern, die mir berichten, dass es schwieriger wird, mit den Schülern in der fünften Schulstufe schwimmen zu gehen. Immer mehr können es nicht oder zu wenig.“
Natürlich müsse man die Zahlen vorsichtig betrachten. Die sinkende Geburtenrate sei bei der Anmeldungsstatistik vom Jugendrotkreuz nicht beachtet worden, dennoch sei die Halbierung der Schülerzahlen ernstzunehmen.
Gefragt nach den Gründen, gibt sich Jenewein vorsichtig. Dass Eltern nicht mehr so viel Zeit für ihre Kinder haben, sei ein Faktor. „Und es gibt immer weniger echte Schwimmbäder“, gibt der Rettungsschwimmer zu bedenken. „Rutschen statt schwimmen“ sei heute die Devise. Es müsse Spaß geboten werden. Kinder, die mehr als eine Länge im Becken ordentlich durchziehen können, gebe es dadurch immer weniger. Eine Gefahr, wie Jenewein weiß, denn „schwimmen zu können, ist die beste Prävention gegen Badeunfälle“. (aw)
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