Bühne

St. Margarethen will der Oper treu bleiben

© APA/HERBERT NEUBAUER

Intendant Wolfgang Werner legt Geschäftsführung zurück, Verdis „Aida“ wird über die Bühne gehen.

St. Margarethen –Am Tag nach der Eröffnung des Sanierungsverfahrens über die Opernfestspiele St. Margarethen (OFS) haben sich die bisherigen Partner zuversichtlich gezeigt, dass die diesjährige Produktion „Aida“ planmäßig über die Bühne gehen kann. Zugleich läuft bereits der Umbau: OFS-Intendant Wolfgang Werner legte die Geschäftsführung zurück, die Esterházy Betriebe suchen einen neuen Veranstalter. Er könne „die enormen finanziellen Belastungen nicht mehr alleine tragen“, somit sei er gezwungen gewesen, den Schritt zu einem Sanierungsverfahren zu gehen, erläuterte Werner am Dienstag vor Journalisten. Zuvor sei die wirtschaftliche Situation des Unternehmens geprüft worden. Zwar hätte die heurige Produktion der Opernfestspiele finanziert werden können: „Aber am Ende der Saison wäre wohl die finanzielle Überschuldung des Unternehmens schlagend geworden“, erläuterte Werners Anwalt Wilhelm Häusler. Und dieses Risiko habe man nicht eingehen können.

Der Rechtsanwalt bedankte sich beim Masseverwalter, „dass er die Bereitschaft bekundet hat, dieses Unternehmen fortzusetzen“. Daher dürfe man sehr zuversichtlich sein, dass dieser es ermöglichen werde, die heurige Opernproduktion „sehr erfolgreich“ durchzuführen.

Trotz Insolvenz soll ab 9. Juli im Römersteinbruch Verdis „Aida“ in der Regie von Robert Dornhelm aufgeführt werden. Mittlerweile blicke er „wieder etwas zuversichtlicher auch in die Zukunft der Opernfestspiele St. Margarethen“, erklärte Werner: „Mir ist es ein Anliegen, jetzt der Kunst und den Künstlern vor allem den Vorrang zu geben und nicht den Gerichten.“

„Wir wissen von der Schärfe dieser Situation circa seit zwei bis drei Wochen“, erklärte Direktor Karl Wessely von den Esterházy Betrieben: „Wir setzen unsere ganze Kraft daran, auch eine Nachfolgegesellschaft mitzuinitiieren.“ Esterházy habe in den Römersteinbruch 2006 knapp elf Mio. Euro investiert. Nun sei man mit Investoren aus dem In- und Ausland im Gespräch, um eine neue Lösung zu finden. Zwar nicht mehr die Opernfestspiele, aber eine neue Gesellschaft könnte dafür sorgen, dass der Steinbruch Bühne bleibt: Man gehe fest davon aus, „dass die nächsten Jahre hier weiter Oper gespielt wird“, sagte Wessely. Werner bleibe „eine fixe Größe in allen Zukunftsszenarien, die den Steinbruch betreffen“, erklärte Wessely. Man wolle auf die Erfahrung des langjährigen Intendanten nicht verzichten. (APA)