Prozess um tödliche Sexattacke - Müller: Gedemütigt und erniedrigt 1

Wels (APA) - Im Prozess gegen einen 39-Jährigen, der im Sommer 2013 in Gmunden eine Bekannte vergewaltigt und getötet haben soll, ist am Die...

Wels (APA) - Im Prozess gegen einen 39-Jährigen, der im Sommer 2013 in Gmunden eine Bekannte vergewaltigt und getötet haben soll, ist am Dienstag im Landesgericht Wels der Kriminalpsychologe Thomas Müller gehört worden: Nach seiner Analyse sollte das Opfer gedemütigt und erniedrigt werden. Die Verhandlung wird am Nachmittag mit weiteren Gutachtern fortgesetzt. Ein Urteil soll morgen, Mittwoch, gefällt werden.

„Jemand ist mit einer Situation nicht zurechtgekommen und hat zugehauen“, sagte Müller. Einen direkten Auslöser für das Verbrechen konnte er nicht feststellen, das Selbstwertgefühl des Täters sei aber angegriffen gewesen. Auf die Frage, ob es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt habe, antwortete der Psychologe, dass dann nicht diese Situation entstanden wäre. Die Lage sei eskaliert, die Gewalt erhöht worden. Der Täter habe in Kauf genommen, dass die Frau stirbt.

Die gesamte Schädelbasis sei gebrochen gewesen, so ein Radiologe, der die Gewalteinwirkungen auf den Kopf des 51-jährigen Opfers untersucht hat. Ein anderer Gutachter hat die DNA des Angeklagten auf der Kleidung der Frau, bei Abstrichen und unter ihren Fingernägeln gesichert. Am Gewand des Mannes und seinen Schuhen hingegen habe er keine Spuren, auch kein Blut, festgestellt, so der Sachverständige. Die Kleidung sei offensichtlich frisch gewaschen gewesen.

Das spätere Opfer und der Beschuldigte hatten in der Nacht auf den 7. Juli mit Sportkollegen in ihrem Tennis-Club gefeiert. Zwei Tage später wurde die Frau schwer verletzt, halb nackt und nicht ansprechbar in ihrem Garten gefunden. Sie starb im Krankenhaus, ohne noch einmal das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Der 39-Jährige gibt einvernehmlichen Sex mit ihr zu, mit ihrem Tod will er aber nichts zu tun gehabt haben.