Datenbrille für Anlagenservice: Grazer Unternehmen forschen gemeinsam
Hart bei Graz (APA) - Mithilfe von Datenbrillen und Augmented Reality will der steirische Lagerlogistik und -automationsanbieter Knapp AG ei...
Hart bei Graz (APA) - Mithilfe von Datenbrillen und Augmented Reality will der steirische Lagerlogistik und -automationsanbieter Knapp AG eine neue Service- und Wartungslösung für die Industrie anbieten. Am Dienstag wurde in Hart bei Graz ein mit 3 Mio. Euro dotiertes F&E-Projekt vorgestellt. Kooperationspartner sind u. a. Infineon, AVL List und das Grazer Kompetenzzentrum Evolaris.
Vernetzte Produktionsabläufe und Kunden rund um den Globus stellen an Produktions- und Servicemitarbeiter in Industrieunternehmen hohe Anforderungen: Wenn der Servicemitarbeiter, der gerade noch in Rio de Janeiro eine Wartungsarbeit durchgeführt hat, zu einer weiteren Anlage in Bangkok geschickt wird, muss er sich auf neue Anlagen, Dokumentationen, Benutzerhandbücher und Datenbanken einstellen.
„Wir müssen schauen, dass die Dinge laufen, und je schneller sie wieder laufen, desto besser“, schilderte Kajetan Bergles, Service Development Manager der Knapp AG. Daher sollen Servicekräfte künftig mithilfe von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien und mobilen audio-visuellen Assistenzsystemen in Form von u. a. einer Datenbrille mit der für die jeweilige Anlage notwendigen Information versorgt werden.
„Wir haben bereits vor einigen Jahren eine Softwarelösung mit entsprechender Datenbrille zur manuellen Kommissionierung auf den Markt gebracht“, schilderte Peter Stelzer, Leiter des Business Center Vision der Knapp AG und Projektleiter des aktuellen F&E-Projektes namens „Assist 4.0“. Dabei erhält der Lagermitarbeiter die benötigten Informationen in der jeweils geforderten Qualität auf das Display seiner Datenbrille eingeblendet.
Wartungstechniker könnten nach diesem Schema entweder Echtzeitanweisungen von Backoffice-Experten oder multimediale Bedienungsanleitungen eingespielt bekommen. „Die Infos, die unsere Mitarbeiter brauchen, sind sehr komplex. Hier brauchen wir entsprechende intelligente Assistenzsysteme“, erklärte Richard Lippe, Director Automation, das Engagement von Infineon Technologies in diesem Projekt.
Auch für den Bereich „Training on the Job“ soll das System zur Anwendung kommen, schilderte Stelzer. Konzipiert wird es für unterschiedliche mobile Endgeräte vom Tablet bis zur Datenbrille mit Augmented Reality, so Peter Brandl vom Systemdesigner Evolaris. Im Laufe von 30 Monaten sollen - ausgehend von den jeweiligen Anforderungen der Unternehmen - sechs Anwendungsfälle umgesetzt und evaluiert werden. Am Ende soll es einen Prototypen geben. Die Forschungsförderungsgesellschaft FFG fördert das Projekt mit 1,8 Mio. Euro.
Kommentare