Arbeitsmarkt

Bildungsstütze für Migranten bangt um Zukunft

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Innsbruck – Menschen mitnichtdeutscher Erstsprache haben es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Meist finden Migranten nur Jobs unter ihr...

Innsbruck –Menschen mitnichtdeutscher Erstsprache haben es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Meist finden Migranten nur Jobs unter ihrer Qualifikation. Das hat mit mangelnden Deutschkenntnissen und fehlender Anerkennung von erworbenen Qualifikationen zu tun.

Dieser Gruppe nimmt sich seit einem Jahr auch in Tirol das Projekt „Quali-Fair“ an. Gemeinsam mit speziell geschulten Bildungsberatern erarbeiten die Teilnehmer einen Bildungsplan. In einem eigens eingerichteten offenen Lernzentrum können sie ihre Kenntnisse vertiefen, Lernmaterialien und EDV nutzen und Tutoren um Hilfe bitten. Die Bilanz der Projektträger fällt nach einem Jahr positiv aus. 264 Personen hätten die Bildungsbegleitung an einem der fünf Standorte in Tirol beansprucht, 116 das Lernzentrum in Innsbruck genutzt, sagt Projektleiterin Margit Kerschbaumer vom bfi Tirol. Österreichweit zählte Quali-Fair über 870 Teilnehmer. Greifbarer werden die Zahlen, wenn Betroffene von ihren Erfolgen berichten. Der 23-jährige Mohammad Anvar Rezai, geboren in Afghanistan und aufgewachsen im Iran, kam vor ca. dreieinhalb Jahren ohne Schul- oder fertige Berufsausbildung nach Österreich. Mit Hilfe von Quali-Fair holte er den Hauptschulabschluss nach. „Jetzt suche ich eine Lehrstelle als Tischler oder Maler. Und ich versuche den Führerschein zu machen“, sagt Rezai stolz. Quali-Fair kann auf mehrere derartige Erfolge verweisen. Dennoch ist seine Zukunft unsicher, das Projekt, das in Tirol jährlich ca. 250.000 Euro kostet, ist mit Ende August befristet. Man hoffe deshalb auf eine Überbrückungsfinanzierung des Bildungsministeriums, bis ab 2015 wieder Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) fließen, sagt Kerschbaumer. Ob es dieses Geld geben wird, ist fraglich. Eine TT-Anfrage im Ministerium blieb gestern unbeantwortet. (cm)