Landwirtschaftskammer will wieder mehr Pflanzenschutzmittel einsetzen
Wien (APA) - Unter den heimischen Bauern steigert sich offenbar der Ärger über immer weniger legale Pflanzenschutzmittel. Landwirtschaftskam...
Wien (APA) - Unter den heimischen Bauern steigert sich offenbar der Ärger über immer weniger legale Pflanzenschutzmittel. Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes (ÖVP) sagte am Dienstag vor Journalisten etwa, dass die Landwirtschaft Berücksichtigung in Pflanzeschutzfragen brauche - im Sinne des Agrarstandortes Österreich. „Die Anwendungsregelungen der Bundesländer sollen auf den Bund übergehen.“
Etwa müsse „das Problem mit dem Drahtwurm“, der Erdäpfel befällt, „bis zum kommenden Frühjahr gelöst sein“, so Schultes. „Sonst wird es dramatisch.“ Ähnliches gelte für die Eiweißpflanze Soja. Eine nationale Regelung würde helfen, so Schultes. Früher habe es überhaupt Parallelzulassungen gegeben, das heißt, in Österreich konnte ein Mittel recht einfach erlaubt werden, wenn es das in einem anderen Land schon war. „De facto hat Österreich wegen seiner Pflanzenschutzregeln aber einen eingeschränkten Binnenmarkt.“ Manchmal sei „intelligente Chemie zur Qualitätssicherung notwendig“, so aber sei Österreich „ein Sonderstandort, der das Leben schwieriger macht“.
Jetzt herrschten in Österreich aber besonders strenge Regeln - Stichwort Verbot von Neonicotinoiden -, und hierzulande würden viele Pflanzeschutzmittel wegen der im Vergleich zum kleinen Markt hohen Zulassungskosten nicht Einzug halten, denn das ist den Anbietern zu wenig Geschäft.
Schultes sagte weiter, man arbeite mit dem Landwirtschaftsministerium daran, „wie die Zulassung neuer Wirkstoffe, die geprüft sind wie kein Medikament, besser als Kosmetika und jedes Haushaltspräparat funktionieren kann“. Es gebe absolut sichere Pflanzenschutzmittel, die in Österreich nicht greifbar seien, in Nachbarländern aber schon. „Diese neuesten Mittel hätten wir gerne zur Verfügung - für die Qualität, die der Kunde verlangt.“
Der Chef der Landwirtschaftskammer Burgenland und A-Aufsichtsratschef, Franz Stefan Hautzinger, forderte beim Pressegespräch, dass Pflanzenschutzmittel über Ländergrenzen hinweg legal werden sollen. Die EU ist in einige Agrarzonen unterteilt. Österreich gehört zu einer mit beispielsweise Deutschland und Frankreich. „Wir sind für Anwendungserlaubnisse für diese Zonen.“ Denn man erwarte, „Erleichterungen zu bekommen, damit auch der Binnenmarkt wieder wirksamer wird“, so Hautzinger.
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