Ukraine-Krise - Auch Gaskonflikt belastet Verhältnis Moskau/Kiew
Moskau (APA/dpa) - Neben dem blutigen Konflikt in der Ostukraine belastet auch der Gasstreit das Verhältnis zwischen Moskau und Kiew stark. ...
Moskau (APA/dpa) - Neben dem blutigen Konflikt in der Ostukraine belastet auch der Gasstreit das Verhältnis zwischen Moskau und Kiew stark. Experten verweisen immer wieder darauf, dass nur mit einer Lösung der Krise in den Regionen Lugansk und Donezk auch der Streit um die russischen Gaslieferungen in die Ukraine beigelegt werden könne.
Die Ukraine erhält wegen Milliardenschulden seit Mitte Juni kein russisches Gas mehr für den Eigenverbrauch. Seither herrscht zwischen Moskau und Kiew Funkstille, weil der Energieriese Gazprom erst wieder verhandeln will, wenn wenigstens ein Teil des Geldes fließt.
Noch sind die Gasspeicher zwar gut gefüllt, auch in Österreich. Sollte aber die finanzschwache Ex-Sowjetrepublik für sich Transitgas abzweigen, würden wie 2009 auch Engpässe in der EU drohen. Energieexperten erwarten eine krisenhafte Lage aber erst im späten Herbst und im Winter, wenn der Energiebedarf auch wegen der Heizperiode wieder höher sein wird.
Die Ukraine, das für die EU wichtigste Transitland, dürfte dann wohl nicht mehr das ganze Gas in den Westen weiterleiten, um sich selbst zu versorgen. Im Fall eines Diebstahls könnte Russland den Gashahn komplett zudrehen. Allerdings gibt es diesmal - anders als 2009 - die Ostseepipeline Nord Stream, so dass Europa nicht ganz von den russischen Lieferungen abgeschnitten wäre.
In dem Gasstreit geht es um Milliardensummen, die Russland dringend für sein Budget benötigt, um etwa die vielen sozialen Verpflichtungen zu erfüllen. Kiew will aber deutlich weniger bezahlen als Moskau fordert.
Laut Vertrag von 2009, der noch bis 2019 gilt, hat Russland Anspruch auf 485 US-Dollar (354 Euro) je 1000 Kubikmeter. Zahlen will die vor dem Bankrott stehende Ukraine aber nur 268,50 US-Dollar, weil sie den Vertragspreis für übertrieben und angesichts der Krise zwischen beiden Staaten für politisch hält.
Die Russen waren zuletzt bereit, wieder Rabatte zu gewähren, wenn die Ukrainer überhaupt bezahlen. Annehmbar wäre für Russland wohl ein Preis von 360 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas.
Kommentare