Ukraine-Krise - Der Machtkampf in der Ostukraine

Kiew (APA/dpa) - Nach dem Sturz der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich...

Kiew (APA/dpa) - Nach dem Sturz der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert. Ein Rückblick:

6. April: Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Russophone Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude.

13. April: Ein „Anti-Terror-Einsatz“ gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte.

14. April: US-Präsident Barack Obama äußert sich in einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin besorgt darüber, dass Moskau die Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

18. April: Bei einem internationalen Treffen in Genf wird ein Friedensplan beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

24. April: Regierungstruppen gehen bei Slawjansk mit Panzern und Hubschraubern gegen Separatisten vor. Putin verurteilt den Einsatz.

25. April: Separatisten bringen Militärbeobachter der OSZE in ihre Gewalt, darunter vier Deutsche.

27. April: Die Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

28. April: Ein Schuss verletzt in Charkow den Bürgermeister schwer. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten. Die EU und die USA verhängen neue Sanktionen gegen Moskau.

30. April: Die prorussischen Kräfte besetzen in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. Übergangspräsident Alexander Turtschinow räumt ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

2. Mai: Die prowestliche Führung geht mit einem Militäreinsatz gegen Separatisten vor. In Odessa sterben bei Krawallen und einem Gebäudebrand mindestens 48 Menschen.

12. Mai: Donezk und Lugansk spalten sich nach einem Referendum von Kiew ab und nennen sich „Volksrepubliken“. Die „Volksrepublik Donezk“ bittet Moskau um Anschluss an Russland. Der Westen betrachtet ebenso wie die Regierung in Kiew das Referendum als illegal.

14. Mai: Der erste „Runde Tisch“ zur Krisenbewältigung endet in Kiew ohne greifbares Ergebnis. Vertreter der Separatisten waren nicht eingeladen. Weitere Runde Tische folgen.

24. Mai: Die „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk vereinigen sich einen Tag vor der Wahl von Petro Poroschenko zum neuen ukrainischen Präsidenten zu „Neurussland“.

26. Mai: Die OSZE verliert im Gebiet Donezk den Kontakt zu vier Beobachtern.

29. Mai: Die Verbindung zu vier weiteren OSZE-Beobachtern bricht im Gebiet Lugansk ab. Prorussische Kräfte erklären, die Ausländer seien bei ihnen „zu Gast“.

14. Juni: Im Osten schießen prorussische Aufständische ein Militärflugzeug ab und töten dabei alle 49 Soldaten an Bord.

20. Juni: Poroschenko ordnet eine einseitige, einwöchige Feuerpause bis zum 27. Juni an und setzt einen 15-Punkte-Plan in Kraft. Später schließen sich die Separatisten der brüchigen Kampfpause an.

24. Juni: Beim Abschuss eines Militärhubschraubers werden nach Armeeangaben neun Soldaten getötet.

25. Juni: Der Föderationsrat in Moskau hebt die Vollmacht für Putin zum möglichen Einmarsch in die Ukraine auf.

27. Juni: Separatisten lassen ein OSZE-Beobachterteam frei. Die EU schließt mit der Ukraine ein Partnerschaftsabkommen. Kurz danach verlängert Poroschenko die Waffenruhe um drei Tage.

28. Juni: Die zweite Gruppe von OSZE-Beobachtern ist wieder frei.

30. Juni: Russland, Deutschland, Frankreich und die Ukraine vereinbaren einen Plan für einen Waffenstillstand Kiews mit den Separatisten. Russland erklärt sich bereit zu russisch-ukrainischen Kontrollen der gemeinsamen Grenze.

1. Juli: Dessen ungeachtet erklärt Poroschenko überraschend die Waffenruhe für beendet.