Konflikte

Iran lehnt Entsendung von Soldaten in den Irak ab

Irakische Soldaten im Kampf gegen ISIS-Kräfte.
© Reuters

Teheran bietet seinen Nachbarn im Kampf gegen die radikalismalischen ISIS-Kämpfer aber die Lieferung von Waffen an.

Moskau - Der Iran lehnt die Entsendung von Soldaten in den Irak zur Bekämpfung der vorrückenden Jihadisten weiter ab, bietet dem Nachbarland aber die Lieferung von Waffen an. „Wir haben keinerlei Absicht, unsere Streitkräfte in den Irak zu schicken. Der Irak verfügt über eine mächtige Armee“, sagte der stellvertretende Außenminister Hossein Amir-Abdollahian am Dienstag in Moskau.

Der Iran habe bisher lediglich „Militärberater“ zur Unterstützung der irakischen Streitkräfte geschickt, sagte der Diplomat nach Gesprächen mit seinem russischen Kollegen. Der Vize-Minister bot aber an, Waffen „für den Kampf gegen den Terrorismus“ zu schicken, wenn der Irak dies wünsche. Bisher habe Bagdad aber im Iran nicht wegen Waffen angefragt.

Der Iran ist ein enger Verbündeter des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki und hat ein starkes Interesse daran, dass die Schiiten im Irak an der Macht bleiben. Teheran hat Maliki Unterstützung im Kampf gegen die Jihadisten zugesichert, die Entsendung von Bodentruppen aber wiederholt ausgeschlossen. Berichte über iranische Truppen im Irak bestätigten sich bisher nicht.

Amir-Abdollahian betonte in Moskau die Notwendigkeit, „eine Spaltung des Landes“ zu verhindern. Die Kurden sollten „statt zu träumen“, lieber „der Realität ins Auge sehen“. Der Präsident der autonomen Kurdenregion im Nordirak, Massoud Barzani, hatte zuvor ein Referendum über die Abspaltung seines Landesteils angekündigt. Die Kurden hatten infolge des Rückzugs der irakischen Sicherheitskräfte vor den Jihadisten die seit Jahren umstrittene Stadt Kirkuk unter ihre Kontrolle gebracht. Seitdem betonten sie wiederholt, dass sie die Stadt nicht wieder abgeben würden. (APA/AFP)