Chile bedauert Nein Deutschlands zur Auslieferung einer Aktivistin
Santiago de Chile/Berlin (APA/AFP) - Chile bedauert die Entscheidung der deutschen Justiz, die in Deutschland inhaftierte mutmaßliche Gueril...
Santiago de Chile/Berlin (APA/AFP) - Chile bedauert die Entscheidung der deutschen Justiz, die in Deutschland inhaftierte mutmaßliche Guerillera Marie Emmanuelle Verhoeven nicht auszuliefern. Das Außenministerium in Santiago de Chile erklärte am Dienstag, dadurch würden die Ermittlungen zur Aufklärung der Ermordung des Senators Jaime Guzmán im Jahr 1991 erschwert.
Der Ermittlungsrichter Mario Carroza hatte die Auslieferung der Französin beantragt. Die Anklage wirft ihr vor, unter dem Pseudonym „Comandante Ana“ oder „Mariela Vargas“ der Führung der linken Untergrundorganisation Patriotische Front Manuel Rodríguez (FPMR) angehört und Guzmáns Ermordung angeordnet zu haben.
Die deutsche Polizei hatte Verhoeven aufgrund eines 18 Jahre alten internationalen Haftbefehls Ende Jänner auf dem Hamburger Flughafen festgenommen. Seitdem sitzt sie in Hamburg in Untersuchungshaft.
Guzmán gilt als Chefideologe der von 1973 bis 1990 dauernden Militärdiktatur in Chile unter General Augusto Pinochet. Er gründete die ultrarechte Unabhängige Demokratische Partei (UDI), heute eine der beiden großen Oppositionsparteien in Chile.