DNA-Datenbank soll illegale Adoptionen unter Pinochet aufklären
Santiago de Chile (APA/AFP) - In Chile soll eine DNA-Datenbank bei der Aufklärung illegaler Adoptionen während der Militärdiktatur unter Gen...
Santiago de Chile (APA/AFP) - In Chile soll eine DNA-Datenbank bei der Aufklärung illegaler Adoptionen während der Militärdiktatur unter General Augusto Pinochet (1973 bis 1990) helfen. Die Datensammlung sei eigens für die Ermittlungen eingerichtet worden, teilte das dem Justizministerium unterstellte Gerichtsmedizinische Institut in Santiago de Chile am Dienstag mit.
Der Richter Mario Carroza wurde demnach damit beauftragt, Fälle von Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit unrechtmäßigen Adoptionen von Babys in den 1970er und 1980er-Jahren zu untersuchen.
Dabei geht es den Angaben zufolge auch um ein mutmaßliches kriminelles Netzwerk, das Adoptionen von Neugeborenen in Krankenhäusern organisiert haben soll. Dem Online-Medium „Ciper“ zufolge wurden die Säuglinge bei der Geburt für tot erklärt, in Wirklichkeit aber ohne Wissen ihrer biologischen Eltern illegal zur Adoption freigegeben. Im Mittelpunkt der kriminellen Machenschaften soll der mittlerweile seines Postens enthobene 77-jährige chilenische Geistliche Gerardo Joannon gestanden haben. Auch mehrere Frauenärzte waren demnach daran beteiligt.
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