Prozess 2 - Alle Gutachter: Opfer vor Sturz Gewalt angetan

Wels/Gmunden (APA) - Die Staatsanwältin in dem Prozess in Wels wollte von den drei Gutachtern am Nachmittag wissen, ob dem Opfer Gewalt ange...

Wels/Gmunden (APA) - Die Staatsanwältin in dem Prozess in Wels wollte von den drei Gutachtern am Nachmittag wissen, ob dem Opfer Gewalt angetan worden sei, bevor es stürzte. Alle Sachverständigen bejahten das. „Ich habe nicht gestoßen und keine Beschleunigung erzeugt“, betonte hingegen der Angeklagte, der mit der Frau nur einvernehmlichen Sex gehabt haben will und in der Verhandlung erneut sehr gefasst wirkte.

Die 51-Jährige habe einen äußerst seltenen Scharnierbruch der Schädelbasis erlitten, erklärte ein Gutachter, der zahlreiche weitere Verletzungen festgestellt hat. Eine derartige Fraktur sei ihm bei rund 2.000 Obduktionen vielleicht fünfmal untergekommen. Sie werde üblicherweise etwa durch Unfälle mit Straßenbahnen oder Lkw verursacht, aber nicht durch einen Sturz. Ein Laie hätte nach einer derartigen Verletzungen glauben können, dass die Frau tot ist, betonte der Experte. Je rascher eine ärztliche Versorgung erfolgt wäre - das Opfer lag zwei Tage lang hilflos im Garten -, desto eher hätte es überlebt.

Als er von der 51-Jährigen weggegangen sei, habe sie noch fit gewirkt, sagte der Beschuldigte. Es wäre für ihn und seine Familie fürchterlich, wenn ein Seitensprung zu solchen Folgen führe. Er hoffe nicht, „dass ich zum Handkuss komme“, so der Mann.

Ein Urteil in dem Prozess wurde weiterhin für morgen, Mittwoch, erwartet.