Deutschland bittet EU-Partner um Aufnahme weiterer Flüchtlinge
Österreich sieht sich laut Johanna Mikl-Leitner ohnehin als „Vorreiter“, wolle sich aber an den Aufruf anschließen.
Damaskus/Wien/Berlin - Deutschland hat die anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union um die Aufnahme von Bürgerkriegs-Flüchtlingen aus Syrien gebeten. „Die Weltgemeinschaft darf die Menschen aus Syrien nicht im Stich lassen“, zitierte die Nachrichtenagentur dpa aus einem gemeinsamen Brief des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Thomas de Maiziere an ihre EU-Kollegen.
Von Europa müsse jetzt ein „stärkeres Signal der Solidarität“ kommen, heiß es darin weiter. Die beiden Minister verwiesen darauf, dass sich Deutschland bisher zur Aufnahme von 25.000 Syrern bereit erklärt habe. Aus anderen europäischen Ländern gibt es nach diesen Angaben bisher nur Zusagen für die Aufnahme von 8.000 weiteren Flüchtlingen.
Das österreichische Innenministerium bestätigte am Dienstagabend den Erhalt des Schreibens. Ein gemeinsames Antwortschrieben von Außenminister Sebastian Kurz und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner(beide ÖVP) sei in Arbeit, hieß es gegenüber der APA. Man begrüße den Brief und schließe sich der Aufforderung an, dass die europäischen Partner auch mehr Flüchtlinge aufnehmen sollten. Österreich nehme im Verhältnis zu seiner Größe und Einwohnerzahl „ohnehin eine Spitzenposition ein“ und sei mit seiner humanitären Aktion ein „Vorreiter“, so der Sprecher der Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, Hermann Muhr.
Österreich hat bisher laut Ministerium rund 400 Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland aufgenommen, in den kommenden Wochen soll das erste Kontingent von 500 erreicht sein. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hat außerdem angekündigt 1.000 weitere Flüchtlinge aufnehmen zu wollen.
Das UN-Flüchtlingswerk schätzt, dass insgesamt mehr als zwölf Millionen Syrer auf der Flucht sind. Allein das Nachbarland Libanon hat schon mehr als eine Million Flüchtlinge aufgenommen. (APA)
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