USA: Moskau soll Separatisten in Ukraine nicht weiter unterstützen

Kiew/Moskau/Washington (APA/AFP) - Die US-Regierung hat Moskau erneut gedrängt, seine Unterstützung für die prorussischen Separatisten in de...

Kiew/Moskau/Washington (APA/AFP) - Die US-Regierung hat Moskau erneut gedrängt, seine Unterstützung für die prorussischen Separatisten in der Ukraine einzustellen. Russland dürfe die Separatisten nicht länger unterstützen und ihnen keine Waffen mehr liefern, sagte Außenminister John Kerry in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow, wie ein Sprecher des US-Außenamts am Dienstag (Ortszeit) mitteilte.

Zudem forderte Kerry, Moskau solle die Separatisten im Osten der Ukraine dazu bewegen, ihre Waffen niederzulegen, die von ihnen kontrollierten Grenzposten aufzugeben und alle Geiseln freizulassen. Kerry äußerte sich den Angaben zufolge in dem Telefonat „zutiefst beunruhigt“ darüber, dass die von Russland unterstützten Kämpfer sich weigerten, die „notwendigen Maßnahmen“ zu ergreifen, um wieder einen Waffenstillstand auszurufen. Es sei nun wichtig, alles zu tun, um die Lage in der Ostukraine zu entspannen, sagte er Lawrow.

Nach dem offiziellen Ende der Waffenruhe in der Ostukraine hatte die Armee am Dienstag ihren Einsatz gegen die prorussischen Kämpfer wieder aufgenommen. Im Zuge der „Antiterror-Operation“ lieferten sich Luft- und Bodenstreitkräfte schwere Gefechte mit den Aufständischen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte die Waffenruhe für den Osten des Landes vor zehn Tagen ausgerufen, in der Nacht auf Dienstag jedoch für beendet erklärt. In einer emotionalen Ansprache an das Volk begründete er dies damit, dass sein Versuch zur Entschärfung der Lage von den Aufständischen ausgenutzt worden sei, um sich neu zu gruppieren und mit zusätzlichen Waffen aus Russland zu versorgen. Die Staatsführung sei aber bereit, „jederzeit“ zur Waffenruhe zurückzukehren, wenn alle Parteien „die wesentlichen Punkte“ des nach wie vor gültigen Friedensplans beachteten.

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte am Dienstag in einer Rede vor Diplomaten in Moskau, Poroschenko trage ab sofort „die vollständige Verantwortung“ für neue Gewalt in der Ostukraine. Die Schuld für die Gewalteskalation in der Ukraine wies er erneut dem Westen zu, der versuche, Russlands Einfluss in der Region einzudämmen.