Vorarlberg-Wahl: NEOS mit Frau an der Spitze, sonst nur Männer
Wien/Bregenz (APA) - Mit NEOS-Landessprecherin Sabine Scheffknecht führt erstmals seit 2004 wieder eine Frau eine Partei in die Vorarlberger...
Wien/Bregenz (APA) - Mit NEOS-Landessprecherin Sabine Scheffknecht führt erstmals seit 2004 wieder eine Frau eine Partei in die Vorarlberger Landtagswahl. Die Landtagsparteien sind indessen fest in Männerhand. Neben der erst jüngst zur NEOS-Landessprecherin gewählten Scheffknecht buhlen außerdem nur bekannte Gesichter um die Gunst der Wähler am 21. September.
Landeshauptmann Markus Wallner (geboren am 20. Juli 1967) hat zwar bereits viele Wahlen in unterschiedlichsten politischen Funktionen bestritten, als Landes-Chef und ÖVP-Parteiobmann ist die heurige Landtagswahl für den 47-Jährigen aber eine Premiere. Wallner ist seit 7. Dezember 2011 Landeshauptmann, übernahm das Amt also etwa in der Mitte der Legislaturperiode von seinem Vorgänger Herbert Sausgruber. Im März 2012 folgte die Wahl zum ÖVP-Obmann. Der Politikwissenschafter arbeitete bereits im Landtagswahlkampf 1994 mit, danach wechselte er in die VP-Landesorganisation. Von 1997 bis 1999 war er Sausgrubers persönlicher Referent und Büroleiter, ehe er im Herbst 1999 die Geschäftsführung der Landes-ÖVP übernahm. Ein Jahr später zog Wallner in den Landtag ein, im Jänner 2003 wurde er Klubobmann. 2006 holte man ihn schließlich in die Landesregierung. Dort war er als Landesrat für die Ressorts Gesundheit, Hochbau (ab 2009) und bis 2009 auch für Kultur zuständig. Wallner ist verheiratet und Vater zweier Töchter und eines Sohnes.
Dieter Egger (geboren am 13. Jänner 1969) war von 1997 bis zu seinem Eintritt in die Landesregierung im Oktober 2003 in Hohenems als Textilunternehmer tätig. Er übernahm die Funktion des Landesstatthalters (stv. Landeshauptmann) von seinem Parteikollegen Hubert Gorbach, als dieser zum Minister berufen wurde. Seit 2004 ist er Vorarlberger Parteiobmann der Vorarlberger Freiheitlichen, bis 2009 war er auch Landesrat. Die Regierungsbeteiligung der FPÖ endete abrupt nach der Landtagswahl 2009. Grund dafür war Eggers „Juden-Sager“ im Wahlkampf. Seine politische Karriere begann Egger bereits 1995. Mit 26 Jahren stieg er damals als Stadtvertreter und FPÖ-Fraktionsobmann in die Hohenemser Stadtpolitik ein. 1999 wurde er in den Landtag gewählt, ein Jahr später zum Klubobmann der Freiheitlichen bestellt. Egger ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.
Johannes Rauch (geboren am 24. April 1959) ist seit 2004, als er Klubobmann der Grünen wurde, Berufspolitiker. Zuvor war der diplomierte Sozialarbeiter rund sieben Jahre Geschäftsführer der „Arbeitsinitiative für den Bezirk Feldkirch“. Seit 1997 Vorstandssprecher (Parteiobmann) der Grünen, zog Rauch im Februar 2000 nach parteiinternen Diskussionen über „Ämterkumulierung“ als Abgeordneter in den Landtag ein. Bei den Grünen aktiv ist der Rankweiler seit 1987, in diesem Jahr begründete er in seiner Heimatgemeinde das „Grüne Forum“ mit. Von 1990 bis 1996 arbeitete er als Umweltgemeinderat in Rankweil, seit 1995 ist er Mitglied des Landesvorstands der Grünen. Nach der Nationalratswahl 2013 musste sich Rauch wegen Erschöpfungszuständen in ärztliche Behandlung begeben und nahm eine achtwöchige politische Auszeit. Der Vater zweier erwachsener Töchter ist auch Mitglied des neunköpfigen Bundesvorstands.
Michael Ritsch (geboren am 9. Juli 1968) ist ehemaliger Gendarm und karenzierter Gewerkschaftssekretär. Mit 18 Jahren trat er der Jungen Generation der SPÖ bei und begann damit seine politische Laufbahn. 1995 wurde Ritsch in Bregenz Wohnungs- und Jugendstadtrat, derzeit leitet er in der Landeshauptstadt das Sportreferat. In den Landtag kam der damals 36-Jährige 2004. Ein Jahr später rüttelte er als Spitzenkandidat der Bregenzer SPÖ bei der Gemeindevertretungswahl gewaltig an der Vormachtstellung der ÖVP. Im September 2007 übernahm Ritsch die Funktion des Klubobmanns, zwei Monate später folgte er Elke Sader als Parteivorsitzender nach. Ritsch heiratet im Juli zum zweiten Mal, er ist Vater zweier Töchter.
Sabine Scheffknecht (geboren am 3. März 1978) führt seit März 2014 die NEOS Vorarlberg als Landessprecherin. In dieser Funktion löste die gebürtige Bregenzerin Chris Alge ab, der wegen interner Unstimmigkeiten rund um die Erstellung der Listen die Partei Anfang Juni verlassen hat. Zuvor war die Betriebswirtschafterin ab Dezember 2013 stellvertretende Partei-Chefin der NEOS. Wie viele ihrer Parteikollegen kommt sie ursprünglich aus dem Lager der Volkspartei, wo sie lange Jahre Mitglied der Jungen ÖVP war. Scheffknecht lebt in Lustenau, ist verheiratet und Mutter zweier Kinder (eine Tochter, ein Sohn).
( 0798-14)
Kommentare