Weniger Konkurse in der Schweiz als im ersten Halbjahr 2013
St. Gallen (APA/sda) - Im ersten Halbjahr 2014 sind 2.231 überschuldete Schweizer Firmen liquidiert worden. Das waren über 5 Prozent weniger...
St. Gallen (APA/sda) - Im ersten Halbjahr 2014 sind 2.231 überschuldete Schweizer Firmen liquidiert worden. Das waren über 5 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Die Konkurse wegen Organisationsmängeln nahmen um 22,9 Prozent ab. Damit zeichnet sich ein Ende der Beseitigung von Handelsregisterleichen ab.
Die Konkurse durch Organisationsmängel dürften sich nun auf einem viel tieferen Niveau einpendeln, teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch zu ihrer Halbjahresbilanz mit. Insgesamt mussten bis Ende Juni noch 840 Firmen aus diesen Gründen liquidiert werden.
Bei den Privatkonkursen war im ersten Semester eine Zunahme um 4,2 Prozent zu verzeichnen. 3.488 Personen mussten als Zahlungsunfähige die Flinte ins Korn werfen. Allein auf den Juni gesehen blieb die Zahl der Privatkonkurse stabil.
Bei den Firmenpleiten schreibt sich der Juni fast als historischer Tiefstwert ein, berichtet Creditreform weiter. Mit 286 Insolvenzen sank der Wert gegenüber dem Vorjahresmonat um 30 Prozent. Im ersten Halbjahr mussten die Konkursrichter damit 2.231 überschuldete Firmen in die Liquidation schicken. Verglichen mit dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 5,3 Prozent.
Alles zusammengerechnet gingen seit Jänner 6.559 Personen und Firmen in den Konkurs. Verglichen mit dem Vorjahr sind das 3,4 Prozent weniger.
Während die Zahl der Konkurse leicht sinkt, zeichnet sich für das Gesamtjahr 2014 ein neuer Rekord bei den Firmengründungen ab. Creditreform rechnet mit deutlich mehr als 41.000 neuen Einträgen ins Handelsregister.
Im ersten Halbjahr jedenfalls wehte der Gründergeist weiterhin durchs Land. Mit 21.241 neuen Eintragungen ins Handelsregister ergab sich ein Wachstum um 4,6 Prozent. Die Löschungen eingerechnet zeigte sich ein Nettowachstum von 13,5 Prozent nachdem sich in der Vorjahresperiode Ende Juni noch ein Minus von 15,4 Prozent niedergeschlagen hatte.
Der Boom bei der Gründung von Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) hielt ungebrochen an. Mit knapp 7.900 Neueintragungen wählte im ersten Halbjahr mehr als jede dritte Firma diese Rechtsform (37,2 Prozent).
Attraktiv ist die GmbH gemäß Creditreform vor allem wegen des geringen Haftungskapitals. Von allen neuen GmbH haben 98,8 Prozent ein Gesellschaftskapital von weniger als 50.000 Franken (41.193 Euro). Die zweitbeliebteste Gesellschaftsform waren die Einzelfirmen mit knapp 6.800 Neueinträgen.
Von den im ersten Halbjahr neu eingetragenen rund 4.700 Aktiengesellschaften verzichten 83,6 Prozent auf eine Revisionsstelle. Sie können das tun, wenn gewisse Schwellenwerte bei Kapitalisierung, Umsatz und Mitarbeiterzahl nicht überschritten sind. Bei den neuen GmbH sparen sich 98,2 Prozent die Revisionsstelle.
Das kann sich in der Pleitestatistik niederschlagen, wie Creditreform anmerkt. 60,9 Prozent der im laufenden Jahr pleite gegangenen AG machten vom Verzicht auf die Revision Gebrauch. Bei den insgesamt 988 GmbH-Pleiten hatten 93,5 Prozent weniger als 50.000 Franken Eigenkapital und keine Revisionsstelle.
Kommentare