Deutsches Handwerk kippte strengere Kontrolle von Gebäudesanierungen

Hamburg (APA/AFP) - Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat einem Bericht zufolge durch gezielte Einflussnahme erreicht, dass s...

Hamburg (APA/AFP) - Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat einem Bericht zufolge durch gezielte Einflussnahme erreicht, dass strengere Kontrollen bei der Vergabe von KfW-Darlehen an private Bauherren wieder zurückgenommen worden sind.

Es gehe um das aus Bundesmitteln finanzierte Programm 152 der Förderbank KfW, mit dem Bauherren bei der energetischen Sanierung einer privat genutzten Immobilie finanziell unter die Arme gegriffen werde, berichteten das Radioprogramm NDR info und das ARD-Fernsehmagazin „Plusminus“ am Mittwoch unter Berufung auf eigene Recherchen.

Anfang Jänner 2014 habe der ZDH den regionalen Handwerkskammern in einem internen Schreiben mitgeteilt, dass sich der ZDH zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes beim deutschen Bauministerium und der KfW „in zahlreichen Gesprächen und Schreiben für die Aufhebung dieser für das Handwerk negativen Regelung stark gemacht“ habe, berichteten NDR info und „Plusminus“. Dass die seit dem 1. März 2013 geltenden strengeren Kontrollen inzwischen wieder aufgehoben worden seien, habe der ZDH in dem Brief als „Verhandlungserfolg für das Handwerk“ bezeichnet.

Die strengeren Kontrollen sahen vor, dass die von einem Handwerksbetrieb erledigten Arbeiten von einem wirtschaftlich unabhängigen Gutachter abgenommen und bestätigt werden mussten. Die deutsche Regierung und Förderbank hätten die Verschärfung der Regeln eingeführt, um eine „Sicherung der energetischen Qualität in den KfW-Förderprogrammen“ zu gewährleisten, zitierten beide Medien eine Sprecherin des Berliner Wirtschaftsministeriums. Seit der Rücknahme der strengeren Regeln können sich die Handwerksbetriebe die sachgemäße Erledigung einer Sanierungsmaßnahme inzwischen wieder selbst bestätigen. Voraussetzung dafür ist dem Bericht zufolge nur, dass der Betrieb in einer Energieeffizienz-Expertenliste eingetragen ist.

Christian Kühn, Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, kritisierte, „da, wo Steuergelder hingehen, muss es Kontrollen geben“.