Song Contest

Wettbieten vor dem Wettsingen

Innsbruck präsentiert Song-Contest-Konzept nächste Woche. Entscheidung soll im Juli fallen.

Innsbruck –„Austragungsort des 60. Eurovision Song Contest“. Dieses Etikett würde sich Innsbruck gern auf seine Fahnen heften. Und glaubt man Christine Oppitz-Plörer, dann stehen die Chancen dafür auch gar nicht einmal so schlecht. In einer Pressekonferenz Anfang der Woche gab sich die Bürgermeisterin optimistisch – und bekräftigte auf ein Neues den Wunsch, den Liederstreit nach Tirol zu holen. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Auch Wien und Graz buhlen um die größte Musikshow der Welt, die ein Millionenpublikum anzieht. Allerdings auch Millionen kostet. Mindestens 25 Millionen Euro wird der ORF in die Austragung investieren müssen – ein großer Brocken Geld, den der Sender nicht einfach aus dem Ärmel schütteln kann. Und so könnte die Entscheidung, wo der Liederstreit tatsächlich stattfindet, zum Wettbieten werden. Sprich: Der Austragungsort muss nicht nur die von der European Broadcast Union (EBU) geforderten technischen Kriterien erfüllen, sondern sich auch größtmöglich finanziell am Liederstreit beteiligen. 30 bis 40 Prozent der Kosten dürften von der veranstaltenden Stadt zu übernehmen sein. Diese Sonderkosten würde im Fall von Innsbruck aber nicht nur die Stadt tragen, sondern auch das Land und die Tourismusverbände mitübernehmen.

Schon nächste Woche wird Michael Bielowski, Chef der Olympiaworld (OSVI), das neuerlich ausgefeilte Konzept für den Song Contest in Wien präsentieren. „Wenn es rein um die sachlichen Kriterien geht, dann sind wir sehr gut dabei“, sagt Bielowski zur TT. Und erklärt im selben Atemzug, dass eine Entscheidung „unbedingt noch bis Ende Juli“ fallen solle. „Sonst wird die Umsetzung schwierig.“

Schon heute beschäftigt sich der ORF-Stiftungsrat mit der Causa Song Contest. Hinter den Kulissen hört man, dass das Gremium in Sachen Austragungsort auf eine Lösung pochen will, die für den ORF am günstigsten kommt. Sprich: Man will nicht automatisch der Weltstadt Wien den Vorzug geben, nur weil die Show vielleicht besser hierherpassen würde. Aufs Tapet kommt heute aber auch die Zusammenführung der ORF-Standorte, die sich als finanzielles Mammutprojekt erweist. Mindestens 300 Millionen Euro werden für die geplante ORF-Insel am Küniglberg notwendig sein. Gerüchten zufolge könnte der Umbau – bedingt durch die Zusatzmillionen für den Song Contest – aber etwas ins Stocken geraten. Indes ist das Kreativ-Team, das den ESC in Österreich mitgestalten soll, um zwei prominente Namen geschrumpft. André Heller und Stefan Ruzowitzky dementierten gegenüber den Oberösterreichischen Nachrichten ihre Teilnahme. (fach, APA)

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