Börsengang der Versicherungssparte bringt ING 1,5 Mrd. Euro
Der niederländische Finanzkonzern hat damit einen der größten Börsengänge Europas seit Jahresbeginn unternommen.
Amsterdam – Der niederländische Finanzkonzern ING hat beim Teil-Börsengang seiner europäischen Versicherungssparte gut 1,5 Mrd. Euro eingesammelt. Der Ausgabepreis lag mit 20 Euro je Aktie etwa in der Mitte der ausgegebenen Preisspanne, wie ING in der Nacht zum Mittwoch mitteilte.
Der Börsengang ist einer der größten in Europa seit Jahresbeginn. Insgesamt schlug ING 77 Millionen Aktien der Versicherungssparte los, die seit einigen Monaten unter dem Namen NN Group auftritt. Weil außerdem drei asiatische Investoren ihre Wandelanleihen in neue Aktien umtauschten, fließen ING insgesamt rund 2 Mrd. Euro zu.
Die NN-Aktien legten an ihrem ersten Handelstag in Amsterdam binnen einer Stunde um 5,25 Prozent auf 21,05 Euro zu. Bis Ende 2016 will sich der Konzern komplett von der Versicherungssparte trennen. Das Versicherungsunternehmen ist in mehr als 18 Ländern vertreten, neben Europa gehört auch Japan dazu.
Nach der Lehman-Pleite hatte der niederländische Staat den Konzern mit Finanzhilfen von 10 Mrd. Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt. Im Gegenzug muss das Unternehmen seine Versicherungsbereiche losschlagen. Der einst einzig bedeutende Allfinanzkonzern Europas soll sich auf das Bankgeschäft konzentrieren. Den Großteil der erzwungenen Abspaltung hat ING inzwischen abgeschlossen und einen Großteil der Steuergelder zurückgezahlt. Bis Mai 2015 soll der Schuldenberg abgetragen sein. (APA/dpa)
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