Unternehmen

ÖIAG will bei Casinos einsteigen

Die Staatsholding der Republik bekundet Interesse am Drittel-Anteil der Casinos Austria, den derzeit die Münze Österreich hält.

Wien –Nachdem die Casinos Austria erst vorige Wochen bei der Vergabe der drei neuen Lizenzen in Wien und Niederösterreich leer ausgegangen waren, steht ein weiterer Umbruch im Unternehmen an. Die Staatsholding ÖIAG will noch heuer bei den Casinos Austria einsteigen, indem sie den 33,24-prozentigen Anteil der Nationalbank-Tochter Münze Österreich übernimmt. Wie die Presse berichtet, lässt die Notenbank gerade zwei Bewertungsgutachten erstellen. Die ÖIAG selbst bestätigte das Vorhaben, wollte den Zeitplan aber nicht kommentieren. „Die ÖIAG ist bereit, zusätzliche Aufgaben für die Republik zu übernehmen und wäre auch in Sachen Casinos bestens qualifiziert“, sagte ÖIAG-Sprecher Bernhard Nagiller.

Über den Kaufpreis kann nur spekuliert werden. In der Branche wurde der Unternehmenswert bislang auf 800 Mio. bis ca. eine Milliarde Euro geschätzt. 2008 hatten die Casinos Austria der Bawag ihren Drittel-Anteil an den Lotterien um 330 Mio. Euro abgekauft. Jetzt, nachdem, die Casinos in Wien mit dem Prater-Glücksspieltempel von Novomatic und der Luxus-Spielbank im Palais Schwarzenberg Konkurrenz bekommen, dürfte der Firmenwert sinken. Nicht nur das Auslandsgeschäft der Casinos ist defizitär, auch im Inland leidet der Konzern unter sinkenden Umsätzen, außerdem stehen größere Investitionen an. Im Vorjahr schrieb der Konzern unterm Strich einen Verlust von 16 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 42,5 Mio. Euro 2012. In der Folge des ÖIAG-Deals könnten weitere Anteile zum Staat wandern.

Der Casinos-Austria-Konkurrent Novomatic teilte gestern mit, seine Beteiligung am größten Casino in Chile, der Monticello Grand Casino & Entertainment World, um einen dreistelligen US-Dollar-Millionenbetrag an den bisherigen Mitgesellschafter Sun International „aus konzernpolitischen Gründen“ verkauft zu haben. (TT, APA)