Wirtschaft legt nur zaghaft zu
Die Konjunktur in Österreich entwickelte sich im ersten Quartal 2014 im Euro-Schnitt und legte um rund 0,2 Prozent zu. Einkommensunterschiede werden massiv zunehmen.
Brüssel, Paris –Die Wirtschaft in den 18 Euroländern nimmt nur langsam wieder Fahrt auf. In der gesamten Währungsunion legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal des laufenden Jahres im Schnitt nur um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Den 28 EU-Staaten gelang ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 0,3 Prozent. Die Europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg bestätigte damit am Mittwoch zwei Schätzungen aus den Vormonaten.
Für Österreich liegen noch keine definitiven Ergebnisse vor, aus vorhergehenden Zahlen hat Eurostat jedoch ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal errechnet. Im Vergleich zum ersten Jahresviertel 2013 legte die Wirtschafsleistung um 0,9 Prozent zu.
Wachstums-Sieger sind Ungarn und Polen, deren BIP jeweils um 1,1 Prozent zulegen konnte, gefolgt von Malta mit einem Plus von 0,8 Prozent. In Deutschland wuchs die Wirtschaft ebenso wie in Dänemark, Luxemburg und Großbritannien immerhin um 0,8 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2013.
Die EU-Statistiker meldeten für Frankreich und Kroatien im ersten Quartal hingegen nur Stagnation. Die schwächelnden Volkswirtschaften Südeuropas geben derzeit kein einheitliches Bild ab. Die Wirtschaftsleistung von Italien, der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums, ging sogar um 0,1 Prozent zurück. Für Sorgenkind Griechenland gibt es keine Angaben. Während die spanische Konjunktur anzieht und mit 0,4 Prozent sogar über dem EU-Schnitt wachsen konnte, stecken Zypern und Portugal weiter in der Rezession. In Zypern schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent, in Portugal laut Hochrechnungen um 0,6 Prozent.
Die Weltwirtschaft wird nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in den kommenden Jahrzehnten langsamer wachsen. Das globale Bruttoinlandsprodukt werde zwischen 2050 und 2060 nur noch durchschnittlich um 2,4 Prozent zulegen, nach rund 3,6 Prozent zwischen 2010 und 2020, wie die Organisation am Mittwoch in ihrer Langfristprognose für die nächsten 50 Jahren mitteilte. In Österreich wird die Wachstumsrate des BIP bis 2060 auf 1,5 Prozent sinken. Hauptgründe für das geringere Wachstum sind laut Studie die Alterung der Bevölkerung in vielen OECD-Ländern und die sinkenden Wachstumsraten großer Schwellenländer. „Aber auch der Klimawandel könnte das globale BIP bis 2060 um 1,5 Prozent verringern.“ Die Einkommensungleichheit wird global massiv steigen, 2060 soll Österreich dabei über dem OECD-Schnitt liegen. (dpa, APA, bea)
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