Biotech-Riesen verhalfen Branche 2013 zu deutlichem Wachstum
Zürich (APA/sda) - Die Biotechnologie-Branche ist 2013 weltweit deutlich gewachsen. Die Unternehmen in den etablierten Biotech-Zentren USA, ...
Zürich (APA/sda) - Die Biotechnologie-Branche ist 2013 weltweit deutlich gewachsen. Die Unternehmen in den etablierten Biotech-Zentren USA, Europa, Kanada und Australien steigerten die Umsätze gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent auf fast 100 Mrd. Dollar (rund 73 Mrd. Euro), wie ein Bericht des Beratungsunternehmens EY zeigt.
„Die Biotechnologiebranche erlebt derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung“, sagte Jürg Zürcher von EY am Mittwoch laut Presseaussendung. Insbesondere in den USA investierten die großen Biotech-Konzerne stark in Forschung und Entwicklung.
Der Gewinn der Branche ging wegen den Forschungsausgaben von insgesamt 3,7 Mrd. Dollar jedoch um rund 15 Prozent zurück: 2013 verdiente die Branche rund 4,3 Mrd. Dollar.
Das Wachstum beschränkte sich allerdings fast ausschließlich auf 25 Branchenführer aus den USA und Europa, teilte EY weiter mit. Bei kleineren Unternehmen seien die Ressourcen nach wie vor knapp. Insbesondere junge Biotech-Unternehmen in Europa litten unter Finanzierungsproblemen.
Bei der Forschung müssten kleine Unternehmen deshalb vermehrt Strategien entwickeln, um mehr Wert aus der Forschung und Entwicklung von Medikamenten zu schöpfen, sagte der Biotech-Experte Jürg Zürcher. Verbesserungspotenzial gebe es etwa bei der Zusammenarbeit mit anderen Biotech-Unternehmen.
Große Biotech-Konzerne zeigten 2013 viel Appetit auf kleinere Firmen. Der Gesamtwert der Fusionen und Übernahmen unter Beteiligung von amerikanischen und europäischen Biotech-Unternehmen verdoppelte sich gegenüber 2012 auf fast 56 Mrd. Dollar. Der massive Anstieg sei in erster Linie auf drei Mega-Deals sowie auf die immer aktivere Biotech-Käufer zurückzuführen.
Auch an der Börse erlebte die Biotech-Branche ein gutes Jahr - die Marktkapitalisierung stieg um 65 Prozent auf über 790 Mrd. Dollar. Die Branchenführer hätten den ganzen Sektor mitgezogen, hieß es.
Neu an die Börse gingen in den USA, Kanada und Europa im vergangenen Jahr insgesamt 50 Biotech-Unternehmen, wobei sie Einnahmen von 3,5 Mrd. Dollar erzielten - das höchste Niveau seit dem Jahr 2000.
Bei den Börsengängen waren die europäischen Unternehmen jedoch gegenüber ihren amerikanischen Konkurrenten benachteiligt. In Europa lag das für Börsengänge aufgenommene Kapital 2013 noch deutlich unter den vor der Finanzkrise verzeichneten Werten.
Insgesamt nahm die Branche 2013 mit 5,8 Mrd. Dollar leicht mehr Risikokapital auf als im Vorjahr (5,5 Mrd. Dollar). Während besonders wenig Risikokapital an Biotech-Unternehmen in Deutschland und Frankreich ging, sah es für irische, amerikanische und Schweizer Unternehmen besser aus.
Auch der Verband Swiss Biotech Association (SBA) bestätigte bereits im April: Die Schweizer Biotechbranche erwies sich 2013 als krisenfest. Trotz der europäischen Schuldenkrise konnten die Biotech-Unternehmen bei Umsatz, Investitionen und neu geschaffenen Stellen zulegen.
Sorgen bereitet der Industrie indes die Annahme der SVP-Zuwanderungsinitiative. Damit drohten zusätzliche Hürden den Aufschwung der Biotech-Branche zu bremsen, teilte die SBA mit. Um den Motor am Laufen zu halten, müsse die Innovationskraft dieser forschungsintensiven Branche erhalten werden. Dazu braucht es laut SBA Fachkräfte und der Anschluss an wichtige Forschungsnetzwerke.
Im letzten Jahr stiegen die Erlöse der Biotech-Branche um 102 Mio. auf 4,7 Mrd. Franken (3,9 Mrd. Euro). Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 374 Mio. Franken - im Vorjahr war es noch ein Plus von 311 Mio. Franken gewesen.
Die Schweizer Biotechindustrie zählte per Ende vergangenen Jahres 252 Unternehmen - das sind zwei Firmen mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt beschäftigten die Unternehmen 14.000 Mitarbeitende. Im letzten Jahr wurden 400 neue Stellen geschaffen. Die Zulieferer und Dienstleister für die Branche eingerechnet, sind es 25.000 bis 30.000 Stellen.
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