Landespolitik

Krumschnabel streckt die Fühler aus

Die Grünen überlegen, ob sie Ex-Vorwärts-Abgeordnete Krumschnabel aufnehmen, die SPÖ schließt das kategorisch aus.

Von Anita Heubacher

Innsbruck –Andrea Krumschnabel sorgte gestern erneut für Verwirrung. Nach ihrer ersten Wortmeldung im Landtag war selbst dem routinierten VP-Klubobmann Jakob Wolf nicht klar, für wen Krumschnabel jetzt gesprochen hatte. Für sich selbst oder für Vorwärts. Erst im Laufe des Vormittags trudelte in der Landtagsdirektion die Meldung ein, dass Krumschnabel nicht mehr zu Vorwärts gehört.

Die Partei hatte Krumschnabel am Montag ausgeschlossen. Die Beschlüsse waren einstimmig gefallen. Wie berichtet, hatte sich Vorwärts erneut in internen Streitereien verheddert. Die Gruppierung erhält an Klub- und Parteienförderung 958.863,66 Euro, also eine knappe Million Euro pro Jahr. Der Abgang von Krumschnabel hat für Vorwärts einen vergleichsweise geringen monetären Nachteil. Die Partei verliert rund 30.000 Euro im Jahr.

Anders als bei der Abspaltung von Fritz Gurgiser und Thomas Schnitzer von der Liste Fritz reißt die Abtrünnige kein Loch in die Klubkassen der anderen Parteien. Gurgiser bekam 2009 rund 173.000 Euro Klubförderung. Im Landtag war der Geldsegen für Gurgisers Bürgerklub umstritten, wurde aber in Kauf genommen, auch um der damals 18 Prozent starken Liste Fritz zu schaden.

Um ihre politische Arbeit als wilde Abgeordnete zu bewerben, erhält Andrea Krumschnabel 10.000 Euro im Jahr. Schließt sie sich einer anderen Partei an, würde diese Summe wegfallen. Nachdem Krumschnabel am Dienstag erklärt hatte, dass sie lieber in einem Team arbeiten würde, sorgte die Abgeordnete auch am Rande der Landtagssitzung für Diskussionen. Die Grünen wollen besprechen, ob sie ihren Landtagsklub um Andrea Krumschnabel erweitern. Derzeit halten die Grünen bei fünf Abgeordneten. Abgewunken hat gestern bereits die ebenfalls mit fünf Mandataren vertretene SPÖ. „Jemanden, der vorgestern ÖVP war, gestern Vorwärts und heute wilde Abgeordnete ist, können wir in unserem Klub nicht aufnehmen“, erklärte Klubobmann Gerhard Reheis. Liste-Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider wiederholte gestern, eine Aufnahme Krumschnabels in den Fritz-Klub sei kein Thema. Inhaltlich könne man zusammenarbeiten. Wenn Krumschnabel irgendwo andocken will, muss der Landtag zustimmen.