Frau vor U-Bahn gestoßen 3 - „Ein Zufall, dass so wenig passiert ist“

Wien (APA) - Wie der Gerichtsmediziner Christian Reiter in seinem Gutachten darlegte, wären bei der auf die U-Bahn-Geleise gestoßenen Frau w...

Wien (APA) - Wie der Gerichtsmediziner Christian Reiter in seinem Gutachten darlegte, wären bei der auf die U-Bahn-Geleise gestoßenen Frau weit schwerere als die tatsächlich erlittenen Verletzungen zu erwarten gewesen. Der Sachverständige hätte bei dem Sturz mit einem Schädelbruch und multiplen Knochenfrakturen gerechnet: „Es war ein Zufall, dass nur so wenig passiert ist.“

Die Gerichtspsychiaterin Sigrun Rommanith bescheinigte dem Angeklagten eine Persönlichkeits- und Verhaltensstörung, die sie als eine geistige oder seelische Abartigkeit höheren Grades qualifizierte. Obwohl der 40-Jährige laut Gutachten zurechnungsfähig war, sei zu befürchten, dass er infolge seiner Erkrankung neuerlich Straftaten mit schweren Folgen begehen könnte.

Infolge dieser düsteren Gefährlichkeitsprognose hatte die Staatsanwaltschaft bei Einbringen der Anklage zusätzlich zum Ausspruch einer Strafe die Unterbringung des Mannes in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt.

Für 14.15 Uhr waren die letzten vier Zeugen geladen. Mit dem Urteil war nicht vor 17.00 Uhr zu rechnen.