Chile-Verkauf spült Novomatic mehr als 100 Mio. Dollar in die Kassen

Wien/Gumpoldskirchen (APA) - Der Ausstieg aus dem chilenischen Monticello-Casino bringt dem Glücksspielkonzern Novomatic mehr als 100 Mio. D...

Wien/Gumpoldskirchen (APA) - Der Ausstieg aus dem chilenischen Monticello-Casino bringt dem Glücksspielkonzern Novomatic mehr als 100 Mio. Dollar. Die südafrikanische Sun International Ltd. teilte am Mittwoch mit, den 44,2-prozentigen Anteil von Novomatic sowie weitere 10,5 Prozent des Minderheitsaktionärs Chilean Enterprises zu übernehmen. Der Kaufpreis beträgt fürs erste 114 Mio. Dollar (83,29 Mio. Euro).

Zusätzlich übernimmt die börsennotierte Sun International, die in Afrika und Lateinamerika Luxushotels und Casinos betreibt, Aktionärsdarlehen in Höhe von 32 Mio. Dollar. Wenn sich das Casino nahe Santiago de Chile gut entwickelt, wird der Kaufpreis nachgebessert, so die Vereinbarung. Für die maximale Nachzahlung wird der Casinokomplex mit 350 Mio. Dollar bewertet.

Der Deal muss noch von den Sun-Aktionären sowie dem chilenischen Regulator abgesegnet werden. Wenn diese ihr OK geben, hält das südafrikanische Unternehmen 98,9 Prozent am größten Casino Chiles. Sun hat weiterhin die Option, auch die restlichen 1,1 Prozent der Lasud Chile zu übernehmen. Bisher gehören den Südafrikanern wie Novomatic 44,2 Prozent des Monticelli-Casinos.

Die Errichtungskosten für den Glücksspieltempel betrugen laut Sun 262 Mio. Dollar. Das Casino hat im vergangenen Geschäftsjahr bis Juni 2013 rund 40 Mio. Dollar abgeworfen (Ebitda und Managementgebühren). Das im März 2013 in Kraft getretene Anti-Rauchergesetz in Chile hat die Geschäfte stark eingetrübt, in den vergangenen Monaten habe es aber eine vielversprechende Erholung gegeben.

Das Geld, das Novomatic nun bekommt, dürfte der Konzern in die Expansion stecken. Die Niederösterreicher haben sich erst kürzlich 200 Mio. Euro via Anleihe am Kapitalmarkt geholt. Im Prospekt zur Emission kündigt das Management eine „bedingte, nicht unerhebliche Investition mit einem Volumen im hohen zweistelligen Millionenbereich“ in Europa an. Die Akquisition soll durch die Tochter Austrian Gaming Industries (AGI) erfolgen und das Segment Gaming Operations betreffen. Weiters will sich die AGI einen europäischen Betreiber von Online-Glücksspielen für rund 10 Mio. Euro einverleiben, zuzüglich einer ergebnisabhängigen Kaufpreisanpassung bis zu 15 Mio. Euro. „Die Vereinbarung zum Erwerb steht unter verschiedenen aufschiebenden Bedingungen“, heißt es im Prospekt. In rumänische Video Lottery Terminals (VLT, zentralvernetzte Glücksspielgeräte) hat Novomatic seit Vorlage des Geschäftsberichts für das Jahr 2013 rund 20 Mio. Euro investiert, und die Übernahme der niederländischen Loontjens Automaten kostete 17 Mio. Euro. Novomatic wies Ende 2013 Verbindlichkeiten von 1,4 Mrd. Euro aus, nach 1,26 Mrd. Euro ein Jahr davor.

~ WEB http://www.novomatic.com ~ APA412 2014-07-02/15:03