Renzi: Europa würde als Selfie ein „Gesicht der Langeweile“ abgeben
Straßburg/Rom (APA) - Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hat zum Auftakt der italienischen EU-Ratspräsidentschaft Selbstkritik ...
Straßburg/Rom (APA) - Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hat zum Auftakt der italienischen EU-Ratspräsidentschaft Selbstkritik am Auftreten Europas geübt. Die große Herausforderung des Kontinents sei es, „dass man die Seele Europas wiederfindet“, sagte Renzi vor den EU-Abgeordneten in Straßburg. „Wenn heute Europa ein Selfie machen würde, welches Bild würde es zum Ausdruck bringen?“, fragte Renzi.
„Es würde ein Gesicht zeigen, dass sehr müde geworden ist, das schon aufgegeben hat“, sagte er weiter. Europa biete „ein Gesicht der Langeweile“. Dies sei unverständlich, denn „die Welt bewegt sich mit ungeheuerlicher Geschwindigkeit weiter“. Die Wunde Europas durch die Finanzkrise sei sehr tief, sagte Renzi. Der italienische EU-Ratsvorsitz werde nicht nur eine Reihe von Terminen darstellen.
Der größte Wert Europas sei nicht von wirtschaftlichem Wert. Italien selbst wisse, dass es Reformen machen müsse. Diese Aufgabe könne nicht Europa für Italien erledigen, sagte der Regierungschef. Zugleich verteidigte Renzi die von ihm geforderte größere Flexibilität bei der Interpretation des Euro-Stabilitätspaktes. Dies diene nicht Italien, sondern ganz Europa. Ranzi sprach sich auch für einen Verbleib Großbritanniens in der EU aus. Eine EU ohne das Vereinigte Königreich „wäre weniger Europa“.
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