US-Gesandter für Afghanistan tritt zurück

Washington/Kabul (APA/AFP) - Nach nur einem Jahr im Amt ist der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, James Dobbins, zurückgetrete...

Washington/Kabul (APA/AFP) - Nach nur einem Jahr im Amt ist der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, James Dobbins, zurückgetreten. Das Amt übernehme sein bisheriger Stellvertreter Dan Feldman, teilte US-Außenminister John Kerry am Mittwoch mit.

Dobbins, ein erfahrener Diplomat und Afghanistan-Experte, hatte sein Amt erst im Mai 2013 angetreten. Seine gute Verbindung zum afghanischen Präsidenten Hamid Karzai sei „von unschätzbarem Wert, insbesondere in schwierigen Augenblicken“ gewesen, erklärte Kerry. Gründe für den Personalwechsel nannte der US-Außenminister nicht.

Der Rücktritt erfolgte mehr oder weniger zeitgleich zu der Entscheidung der afghanischen Wahlkommission, die für Mittwoch erwartete Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses der Präsidentschaftswahlen auf Montag zu verschieben. Nachdem rund um die Stichwahl vom 14. Juni Betrugsvorwürfe laut geworden waren, wolle die unabhängige Wahlkommission mit der erneuten Überprüfung „Transparenz“ gewährleisten, hieß es.

Die beiden Kandidaten der Stichwahl, der frühere Außenminister Abdullah Abdullah und der ehemalige Finanzminister Ashraf Ghani, reklamieren den Wahlsieg jeweils für sich. Abdullah wirft dem scheidenden Präsidenten Karzai und der Wahlkommission vor, die zweite Wahlrunde zu seinen Ungunsten manipuliert zu haben. Nach Ghanis Ansicht verlief die Abstimmung hingegen fair.